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Beben im Kopf: Aufklärung sollen Schütteltrauma verhindern

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Symbolbild Schütteltrauma
Schatten von Händen einer erwachsenen Person und dem Kopf eines Kindes sind an einer Wand zu sehen. © Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa/Illustration

Alle neuen Hamburger Eltern sollen in Zukunft über das Schütteltrauma bei Säuglingen und Kleinkindern aufgeklärt werden. Wie die API Kinder- und Jugendstiftung am Donnerstag mitteilte, soll dies in der empfohlenen U3-Vorsorgeuntersuchung passieren. Die Babys seien zu diesem Zeitpunkt zwischen drei und acht Wochen alt - der richtige Zeitpunkt für die Prävention.

Hamburg - Zudem sei eine Hotline für gestresste Eltern geschaltet worden, die 24 Stunden am Tag erreichbar sei.

Eltern schütteln ihre Kinder den Angaben nach oft in einem Moment der Überforderung, Verzweiflung oder Unwissenheit. Die Gründe seien etwa exzessives Babyschreien. Sei ein Elternteil dann allein mit dem Säugling, richte sich die Wut schnell gegen das schreiende Kind. Auch seien den Eltern die Auswirkungen nicht immer bewusst. Manche sehen es demnach sogar als gutes Mittel an, um ein Baby zu beruhigen.

Beim Schütteln wirken aber starke Kräfte auf den Körper der Kleinen. Das sei wie ein Beben im Kopf und könne sehr schnell zu schweren Verletzungen führen. In Deutschland werden bis zu 200 Fälle pro Jahr erfasst. Die Dunkelziffer ist der Stiftung zufolge hoch. Eins von fünf betroffenen Kindern sterbe an einem Schütteltrauma. Ungefähr zwei Drittel der Opfer erleiden schwere Behinderungen.

Mit der Kampagne sollen tödliche Schütteltraumata bei Säuglingen und Kleinkindern verhindert werden. Während der Untersuchung sollen die Eltern etwa über Vermeidungsstrategien in schweren Stresssituationen aufgeklärt werden. Dazu wurden unter anderem knapp 25 000 Flyer an 160 Kinderarztpraxen in Hamburg verschickt.

Die deutschlandweite Kampagne „#schüttelntötet“ wurde im Jahr 2017 im Hamburg ins Leben gerufen. Unterstützung erhält sie vom Institut für Rechtsmedizin und der Kinderklinik am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) sowie der Sozialbehörde der Hansestadt. dpa

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