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Corona-Patienten überwiegend ungeimpft: Personalmangel

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Situation in den Kliniken
Im Intensiv- und Überwachungsbereich ieinem Rostocker Klinikum wird eine Patientin medizinisch versorgt. © Danny Gohlke/dpa

Auf den Intensivstationen der Hamburger Krankenhäuser ist die Lage zurzeit angespannt. Die steigende Zahl von Corona-Patienten ist nicht der einzige Grund dafür. Jetzt hoffen die Kliniken, dass Auffrischungsimpfungen sie vor einer Überlastung bewahren.

Hamburg - Die Zahl der Corona-Patienten in den Hamburger Krankenhäusern steigt - auch die Intensivstationen sind wieder mehr gefordert. Betroffen sind vor allem ungeimpfte Menschen, wie aus Zahlen der Gesundheitsbehörde hervorgeht. Bis Ende Oktober wurden in diesem Jahr nach vorläufigen Angaben 240 Hamburger mit einer Sars-CoV-2-Infektion intensivmedizinisch behandelt. 205 von ihnen - also 85,4 Prozent - hatten keine Impfung. 23 Patienten (9,6 Prozent) lagen trotz vollständigen Impfschutzes auf einer Intensivstation. Die übrigen fünf Prozent waren nur einmal geimpft oder ihre zweite Impfung war vor der Infektion noch nicht voll wirksam gewesen.

Patienten ohne Wohnsitz in Hamburg wurden bei dieser Aufstellung nicht berücksichtigt. Die Krankenhäuser der Stadt behandeln auch viele Menschen aus Niedersachsen und Schleswig-Holstein. Am Freitag hatte die Gesundheitsbehörde die aktuelle Gesamtzahl der Covid-19-Patienten in den Hamburger Kliniken mit 161 angegeben - 49 von ihnen wurden intensivmedizinisch behandelt.

Die Lage auf den Intensivstationen ist nach Angaben der Hamburgischen Krankenhausgesellschaft zurzeit angespannt. „Dies liegt aber nicht alleine an Corona, sondern daran, dass die Kliniken alles daran setzen, in den letzten 18 Monaten aufgeschobene Behandlungen und Operationen nachzuholen, und daher viele Intensivkapazitäten für diese Patientinnen und Patienten benötigt werden“, erklärte Geschäftsführerin Claudia Brase.

Sie verwies zugleich auf den Mangel an Pflegekräften. Aus einer Umfrage des Deutschen Krankenhausinstituts vom Oktober 2021 gehe hervor, dass die Krankenhäuser bundesweit in den vergangenen zwölf Monaten mit Abwanderung von bis zu fünf Prozent - einzelne Krankenhäuser sogar bis zu zehn Prozent - des Intensivpflegepersonals zu kämpfen haben. Durch eine höhere Impfquote und Auffrischungsimpfungen könnten die Intensivstationen vor einer weiteren Überlastung geschützt werden, erklärte Brase.

„Die Corona-Lage ist im UKE zurzeit noch überschaubar, die Patientenzahlen steigen aber langsam an“, sagte der Direktor der Klinik für Intensivmedizin am Universitätsklinikum Eppendorf (UKE), Prof. Stefan Kluge. Neun Covid-Kranke wurden am Freitag im UKE intensivmedizinisch behandelt. Mit einer Ausnahme seien alle ungeimpft.

Alle Covid-Patienten hätten Risikofaktoren wie beispielsweise Übergewicht, Bluthochdruck oder Diabetes. Impfdurchbrüche seien in den letzten Wochen nur bei Kranken in einem Alter über 70 Jahren oder mit Immundefiziten beobachtet worden. Hierbei handele es sich um Patienten, die aufgrund von Krebs-, Autoimmunerkrankungen oder bestimmten Medikamenten ein schwaches Immunsystem haben. Solchen Menschen empfehle er dringend Auffrischungsimpfungen, sagte Kluge.

In den Asklepios-Kliniken stieg die Zahl der Covid-Patienten in der vergangenen Woche von 18 auf 23 an, wie Konzernsprecher Mathias Eberenz sagte. Der mit sieben Standorten größte Versorger Hamburgs befürchtet, dass die Zahl weiter zunimmt. Es kämen wieder vermehrt immungeschwächte und hochbetagte Patienten, die gegen das Virus geimpft seien. „Wir müssen davon ausgehen, dass es dringend Zeit ist, gerade die Älteren mit Booster-Impfungen zu versorgen“, sagte Eberenz. Auch in den Asklepios-Kliniken fehlen Pflegekräfte. Im Vergleich zum Vorjahr habe sich die Personallage verschlechtert. „Wir sehen mit Sorge in die kommenden Wochen und Monate angesichts des Fachkräftemangels“, sagte Eberenz. dpa

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