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Deutlich mehr Verbraucherinsolvenzen in Schleswig-Holstein

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Mehr Verbraucherinsolvenzen in Schleswig-Holstein
Ein Mann zeigt seine leere Hosentasche. © Peter Steffen/dpa

Insolvenzen von Verbrauchern haben in Schleswig-Holstein drastisch zugenommen. Wie das Statistikamt Nord am Dienstag mitteilte, meldeten die Amtsgerichte für 2021 insgesamt 3655 entschiedene Insolvenzanträge von Privatleuten. Das waren knapp 97 Prozent mehr als 2020, als die Zahl allerdings sehr stark gesunken war. Grund sei vermutlich das 2020 gelaufene Gesetzgebungsverfahren zur Verkürzung des Restschuldbefreiungsverfahrens, hieß es.

Kiel - Um von der neuen Regelung zu profitieren, dürften 2020 viele Betroffene ihren Insolvenzantrag zurückgestellt und erst 2021 eingereicht haben.

Im Vergleich zu 2019 stieg die Zahl der Verbraucherinsolvenzen 2021 um 19 Prozent. Die voraussichtlichen Forderungen der Gläubiger betrugen 139 Millionen Euro. Durchschnittlich war eine insolvente Person mit 38.000 Euro verschuldet.

Bei Unternehmensinsolvenzen gab es mit 446 entschiedenen Anträgen einen Rückgang um über 16 Prozent. Zum Vor-Pandemie-Jahr 2019 betrug das Minus gut 43 Prozent. Obwohl die teilweise Aussetzung der Insolvenzantragspflicht zum 30. April 2021 auslief, sei die Zahl der Unternehmensinsolvenzen auf einem niedrigen Niveau geblieben, hieß es. Mindestens 3672 Beschäftigte waren direkt von einer Insolvenz betroffen. Ihren Gläubigern schuldeten die insolventen Unternehmen 474 Millionen Euro. Damit lag die Zahl der betroffenen Beschäftigten 14 Prozent über und die Summe der voraussichtlichen Forderungen 16 Prozent unter dem jeweiligen Vorjahreswert.

Am häufigsten wurden mit 90 Verfahren Insolvenzen für Bau-Unternehmen gemeldet. Vom 1. März 2020 bis 30. April 2021 war die Insolvenzantragspflicht für Unternehmen ganz oder teilweise ausgesetzt, wenn ihre Überschuldung oder Zahlungsunfähigkeit auf den Folgen der Corona-Pandemie beruhte und die Aussicht bestand, den Insolvenzgrund beseitigen zu können. dpa

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