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Klimaforscher: Tornado kein Anzeichen des Klimawandels

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Unwetter
Dunkle Wolken ziehen hinter Mohnblumen auf. © Hauke-Christian Dittrich/dpa/Symbolbild

Der Kieler Tornado vom Mittwoch ist nach Ansicht des Forschers Mojib Latif kein Anzeichen des Klimawandels. „Ich würde jetzt keine Verbindung zur globalen Erwärmung herstellen“, sagte Latif am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. „Es ist ein seltenes Phänomen, das hin und wieder auftaucht, bedeutet aber keine neue Qualität.“

Kiel - Der Tornado hatte am Mittwoch nur wenige Meter von Latifs Kieler Büro im Geomar Helmholtz Zentrum für Ozeanforschung am Ufer der Förde Sachschäden angerichtet. Mehrere Menschen wurden durch herumfliegende Gegenstände verletzt. Latif selbst war zu diesem Zeitpunkt nicht in Kiel.

„Das war natürlich schon ein erschreckendes Szenario“, sagte der Wissenschaftler angesichts der Bilder von dem Ereignis. „Tornados haben immer ein enormes Schadenspotenzial.“ Kiel sei noch glimpflich davongekommen. „Tornados sind zwar kleinräumig. Sie können aber ganze Straßenzüge verwüsten, wenn man Pech hat, und dann können auch Menschen ums Leben kommen“, sagte Latif. „Wenn sie auf dem Wasser auftreten, ist das wie eine glückliche Fügung, wenn dort nicht gerade ein Schiff fährt.“

Insofern hätte alles noch schlimmer ausgehen können. „Glück im Unglück, würde ich sagen.“ Der Tornado habe zwar auch die Kiellinie erwischt, die Promenade am Förde-Ufer. „Aber er hat sich ja im wesentlichen über dem Wasser ausgetobt.“

Das Problem bei Tornados sei, dass man sie überhaupt nicht vorhersagen könne, sagte Latif. „Bei entsprechender Wetterlage können sie immer entstehen.“ Alle paar Jahre könne dies auch in Kiel vorkommen. „Wenn sie draußen auf dem Meer auftreten, dann können sie unbeobachtet bleiben - deshalb ist die Dunkelziffer ziemlich hoch.“ dpa

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