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Masterplan für die Hamburger Finanzwirtschaft unterzeichnet

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Andreas Dressel (SPD)
Bei der Sitzung der Hamburgischen Bürgerschaft spricht Finanzsenator Andreas Dressel (SPD) zu den Abgeordneten. © Ulrich Perrey/dpa/Archivbild

Hamburg gilt als ein Finanzstandort mit langer Tradition, verfügt etwa über den ältesten Börsenplatz Kontinentaleuropas. Und doch läuft es inzwischen nicht mehr richtig rund, immer mehr Jobs gehen verloren. Ein Masterplan soll nun alles zum Besseren wenden.

Hamburg - Hamburg stemmt sich einem drohenden Niedergang in der Hamburger Finanzwirtschaft mit einem eigenen Masterplan 2021 bis 2025 entgegen. „Wir wollen gemeinsam den Wandel gestalten und ihm nicht nur zuschauen“, sagte Finanzsenator Andreas Dressel (SPD) am Freitag bei der Unterzeichnung des Papiers von Senat, Handelskammer und dem Verein Finanzplatz Hamburg als Vertreter der Finanz- und Versicherungswirtschaft. Zentrale Ziele seien eine signifikante Steigerung und Sicherung der Beschäftigung, der Wirtschaftsleistung und der Investitionen der Finanzwirtschaft in Hamburg. Darüber hinaus gehe es um die Verknüpfung der analogen und digitalen Finanzwirtschaft und die Fortentwicklung des Wissensstandorts Hamburg.

„Für einen starken Finanzstandort gilt es, ein exzellentes Bildungsangebot zu entwickeln, das die hellsten Köpfe aus dem In- und Ausland anzieht“, sagte der Vorsitzende von Finanzplatz Hamburg und Haspa-Chef, Harald Vogelsang. Zudem soll der Masterplan Wege aufzeigen, um in einen Dialog mit den Hochschulen treten zu können. Auch solle Hamburg auf deutscher und europäischer Ebene eine der ersten Adressen bei nachhaltigen Finanzangeboten werden.

Handelskammer-Hauptgeschäftsführer Malte Heyne betonte, bei der Bewältigung des Wandels zu einer stärker digitalisierten, klimaneutralen Wirtschaft „brauchen unsere Unternehmerinnen und Unternehmer eine starke Hamburger Finanzwirtschaft in ihrer ganzen Breite“. Handelskammer-Vizepräses Niels Pirck sagte, Finanzierungsmöglichkeiten und Finanzdienstleistungen seien das Öl im Motor der Wirtschaft. Entsprechend müssten lokale Angebote gesichert und weiterentwickelt werden. „Potenzial liegt insbesondere in der Finanzierung von Zukunftstechnologien sowie der Ansiedlung von Fin- und Insurtech-Start-ps“, sagte Pirck.

Die Hansestadt gilt als Finanzstandort mit einer langen Geschichte. So verfüge Hamburg mit der 1558 gegründeten Börse über den ältesten Börsenplatz Kontinentaleuropas, die 1676 gegründete Feuerkasse gilt als der älteste Versicherer der Welt. Auch wurde die erste Sparkasse nach modernem Verständnis 1778 in Hamburg gegründet, und mit der 1619 gegründeten Hamburger Bank sei die Hansestadt gegen Ende des 18. Jahrhunderts zum wichtigsten Finanzzentrum des nördlichen Kontinentaleuropas geworden, sagte Dressel.

Inzwischen sei die Zahl der Beschäftigten in der Finanzwirtschaft sei deutlich gesunken - von knapp 47.000 im Jahr 2008 auf gut 44.000 im Jahr 2019. Im Vergleich der Bundesländer verlor Hamburg durch Konsolidierungen im Banken- und Versicherungssektor den Angaben zufolge zwischen 2000 und 2018 am deutlichsten. dpa

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