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Rostocks OB Madsen wird Wirtschaftsminister in Kiel

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Claus Ruhe Madsen
Rostocks Oberbürgermeister Claus Ruhe Madsen. © Bernd Wüstneck/dpa/Archivbild

Seit Tagen wurde über diese Personalie spekuliert: Oberbürgermeister Claus Ruhe Madsen verlässt Rostock und wird Wirtschaftsminister in Kiel. Nun gibt es die Bestätigung von seinem künftigen Chef.

Rostock/Neumünster - Rostocks Oberbürgermeister Claus Ruhe Madsen (parteilos) wird Wirtschaftsminister in der schwarz-grünen Landesregierung Schleswig-Holsteins. Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) bestätigte am Montagabend beim Parteitag in Neumünster, dass der 49-jährige Däne das Wirtschaftsressort übernehmen soll. Letzteres war bereits durchgesickert, aber nicht offiziell bestätigt worden. Madsen wird neben Aminata Touré (Grüne/29), künftig Sozialministerin, zu den Politikern mit dem schillerndsten Hintergrund im Kabinett Günther II gehören.

Madsen wird in Kiel auch für Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus zuständig sein. Günther sagte, dass er mit Madsen in den vergangenen Jahren mehrere hochspannende Begegnungen gehabt habe - etwa bei der dänischen Königin. Sie hätten zudem ein ähnliches Verständnis vom Politikstil, betonte Günther. Madsen werde der erste Däne in Schleswig-Holstein sein, der ein Ministeramt bekleidet.

Madsen hatte seit Ende August 2019 als erster ausländischer Oberbürgermeister einer deutschen Großstadt die Hansestadt Rostock geführt. Er verlässt die Stadt in einer kritischen Phase. Erst vergangene Woche hatte die Bürgerschaft die für 2025 geplante Bundesgartenschau abgesagt. Rostock hatte 2018 den Zuschlag für das Großprojekt bekommen, mit dem die Stadtentwicklung vorangetrieben werden sollte. Die Gründe für das Scheitern der Buga waren Madsen zur Last gelegt worden, weil er es nach Ansicht seiner Kritiker nicht geschafft habe, die Verwaltung auf die Buga einzuschwören.

Zuletzt hatte sich auch die Landesregierung gegen ihn gewandt. Der für die Buga zuständige Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) hatte sich darüber beklagt, bis zuletzt nicht über Verzögerungen und Kostensteigerungen informiert worden zu sein.

Madsen hatte nach seinem Abitur zunächst im Ruhrgebiet in einem Möbelhaus gearbeitet, bevor er 1998 selbst ein Möbelhaus in Rostock eröffnet. Sein unternehmerisches Engagement und seine unkonventionelle Art brachten ihn 2013 als Präsident an die Spitze der Rostocker Industrie- und Handelskammer. Als OB wurde er zu Beginn der Corona-Pandemie bundesweit als Gast in Talkshows bekannt. dpa

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