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Rot-Grün: Silvesterböllerei auch in diesem Jahr einschränken

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Dirk Kienscherf (SPD)
Dirk Kienscherf (SPD), Vorsitzender der SPD-Fraktion, spricht während der Sitzung der Hamburgischen Bürgerschaft im Hamburger Rathaus. © Georg Wendt/dpa/Archivbild

Der Jahreswechsel in Hamburg soll erneut leiser sein. Rot-Grün appelliert, weniger zu knallen und prüft feuerwerksfreie Zonen. Die Corona-Pandemie und die Umweltbelastung werden als Gründe genannt. Die CDU-Fraktion kritisiert die Ankündigung als fadenscheinig.

Hamburg - Weil die Belastung der Hamburger Krankenhäuser in der Corona-Pandemie weiterhin hoch ist, appellieren die rot-grünen Regierungsfraktionen an die Bürger, zu Silvester bei Feuerwerk zurückhaltend zu sein. In den Bereichen um Binnenalster und Rathausmarkt solle es in der Silvesternacht - wie bereits in den Vorjahren - kein Feuerwerk geben. Darüber hinaus würden innerhalb des Rings 1 weitere feuerwerksfreie Zonen geprüft. Rot-Grün sei für einen „pragmatischen Kurs“, teilten die beiden Fraktionen am Freitag mit. Kritik kam von der CDU-Fraktion.

Geplant ist, dass im Frühjahr 2022 analysiert wird, wie umfangreich Feuerwerk gezündet wurde - und welche Umweltbelastung und medizinischen Notfälle die Folge waren. Daraus sollen Empfehlungen für künftige Jahreswechsel abgeleitet werden. „Für das Silvesterfest 2022/23 wollen die Regierungsfraktionen außerdem eine feuerwerksfreie Jahreswechselveranstaltung im Hafen- oder Innenstadtbereich prüfen lassen, die auf nachhaltige Alternativen wie etwa Laser oder Drohnen setzt“, hieß es. Über den rot-grünen Antrag „Den Jahreswechsel 2021/2022 verantwortungsvoll feiern und Perspektiven schaffen“ wird am 17. November in der Hamburgischen Bürgerschaft abgestimmt.

Es sei eine Frage der Solidarität, zum Jahreswechsel auf Feuerwerk zu verzichten oder dessen Nutzung zumindest einzuschränken, um das ärztliche und pflegerische Personal nachhaltig zu entlasten, sagte der Vorsitzende der SPD-Fraktion, Dirk Kienscherf. „Dabei möchte ich betonen, dass für Familien mit Kindern geeignete Produkte nicht im Fokus unserer Überlegungen stehen.“

Der innenpolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Dennis Gladiator, sagte zu der Ankündigung: „Erneut grüßt der moralinsaure rot-grüne Silvester-Zeigefinger.“ Das Vorhaben sei eben nicht pragmatisch. „Vielmehr ist es der fadenscheinige Versuch - im Zusammenhang mit angeblichen Erfahrungen der Corona-Pandemie - den Hamburgerinnen und Hamburger den Spaß am Silvesterfeuerwerk durch die Hintertür zu nehmen.“ SPD und Grüne sollten offen sagen, dass sie den Bürgern das Silvesterfeuerwerk verbieten wollen. „Wir gehen diesen Verbotsweg ausdrücklich nicht mit. Silvesterfeuerwerk hat Tradition, die wir auch in Zukunft erhalten wollen.“ dpa

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