1. Startseite
  2. Deutschland
  3. Schleswig-Holstein

Rund 500 Schulkinder aus der Ukraine in Schleswig-Holstein

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Karin Prien (CDU)
Karin Prien (CDU), Bildungsministerin von Schleswig Holstein. © Michael Kappeler/dpa/Archivbild

An den Schulen in Schleswig-Holstein sind bisher rund 340 Mädchen und Jungen aus der Ukraine angemeldet. Hinzu kommen 143 Kinder und Jugendliche aus Flüchtlingsfamilien in den Landesunterkünften, wie das Bildungsministerium am Donnerstag in Kiel mitteilte. „Wir haben seit dieser Woche eine Taskforce aus allen Abteilungen des Bildungsministeriums eingesetzt, die die Anstrengungen aus Schule, Wissenschaft und Kultur koordiniert, um die zu uns geflohenen Menschen aus der Ukraine zu unterstützen“, sagte Ressortchefin Karin Prien (CDU).

Kiel - Besonders Augenmerk liege auf der psychosozialen Betreuung.

13 Jugendliche sind in den Jahrgangsstufen 9 und 11, hätten also normalerweise in diesem Jahr in der Ukraine ihren Abschluss. Es werde geprüft, inwiefern sie durch Online-Unterricht ihren ukrainischen Schulabschluss machen könnten, sagte Prien. Es gebe gute Strukturen im Land, die sich in der Flüchtlingskrise 2015 bewährt hätten. Nach der Anmeldung an einer Schule werde der Bedarf für eine Förderung in Deutsch als Zweitsprache ermittelt.

Da die Kinder in der Ukraine in der Grundschule Englisch lernen und der Schulalltag vergleichbar sei, könnten sie schneller integriert werden und in Regelklassen wechseln als junge Flüchtlinge aus Afghanistan oder Syrien, sagte Prien. Die Lehrkräfte an den Klassen für Deutsch als Zweitsprache reichten jetzt nicht mehr aus. Zum Teil müssten auch neue Klassen eingerichtet werden.

Zusätzlicher Lehrkräfte-Bedarf werde kurzfristig aus dem großzügig ausgestatteten Vertretungsfonds finanziert. Mit einem Nachtragsetat sollen darüber hinaus Stellen geschaffen werden, um die Kinder und Jugendlichen gut betreuen zu können. Laut Prien koordinieren die Länder ihre Anstrengungen, um zum Beispiel auf ukrainische Lehrkräfte zurückgreifen zu können, die nach Deutschland geflohen sind.

Die Landesvorsitzende der Bildungsgewerkschaft GEW, Astrid Henke, äußerte sich überzeugt, dass sich alle Beschäftigten in den Schulen engagiert für das Wohl der geflüchteten Kinder einsetzen werden. Land und Kommunen müssten aber den Schulen dabei zügig und unbürokratisch helfen. Um die aktuelle Herausforderung meistern zu können, bräuchten sie Personal, Geld und Räume. dpa

Auch interessant

Kommentare