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Wahlforscher: CDU verdankt Sieg vor allem Daniel Günther

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Daniel Günther
Daniel Günther, CDU, Ministerpräsident von Schleswig-Holstein. © Daniel Bockwoldt/dpa

Die CDU in Schleswig-Holstein verdankt ihren deutlichen Wahlsieg vom Sonntag nach einer Analyse der Forschungsgruppe Wahlen in erster Linie ihrem Spitzenkandidaten Daniel Günther. Bei einer klar landespolitisch geprägten Wahl habe der CDU-Erfolg viele Gründe und einen Namen, heißt es in der am Sonntagabend veröffentlichen Analyse auf Basis einer Erhebung unter Wahlberechtigten.

Berlin - „Neben hohem Ansehen als Landespartei, Sachkompetenz und guter Regierungsarbeit punkten die Christdemokraten allen voran mit Daniel Günther.“

Günther, so die Forschungsgruppe weiter, schaffe es mit einem hohen parteiübergreifenden Ansehen (3,1 auf einer +5/-5-Skala) in die „Ministerpräsidenten-Spitzenklasse“. Flankiert werde dies von einer hervorragenden Bilanz; 85 Prozent der Befragten bescheinigten dem bisherigen und künftigen Regierungschef eine gute Arbeit.

Zum CDU-Wahlsieg beigetragen habe zudem eine „spezifisch-schwache Konkurrenz“. Während 61 Prozent angaben, wieder Günther als Ministerpräsidenten haben zu wollen, hätten sich nur acht Prozent für Thomas Losse-Müller (SPD) und neun Prozent für über Monika Heinold (Grüne) ausgesprochen. Nur etwas mehr bzw. sogar weniger als einem Drittel der Befragten seien die Herausforderer von SPD bzw. Grünen namentlich bekannt gewesen.

Der SPD habe neben einem blassen Kandidaten und einem in der Ukraine-Krise nur bedingt überzeugendem Bundeskanzler Olaf Scholz ein „rückläufiges Vor-Ort-Ansehen“ zu schaffen gemacht (0,9; 2017: 1,5), heißt es in der Analyse weiter. Die Grünen hielten ihr Image mit unverändert 1,2 stabil, ebenso die bislang mit CDU und Grünen regierende FDP - allerdings mit nur mäßigen 0,7. Günthers CDU habe hingegen beim Ansehen ein Rekordniveau erreicht: 2,4 (2017: 1,4)

Bei einer Wahl, bei der für 69 Prozent das Geschehen im Land und nur für 27 Prozent die Bundespolitik wichtiger gewesen seien, profitiere die CDU zudem von einem gewachsenen Standortvertrauen: 63 Prozent (2017: 56 Prozent) sähen das Land gut für kommende Aufgaben gerüstet. Dabei werde der CDU die eindeutig höchste Zukunfts- und Wirtschaftskompetenz zugeschrieben. Bei den Themen Bildung oder Infrastruktur zeige die größte Regierungspartei aber relative Defizite. In der Energiepolitik und bei Klima/Umwelt liege sie weit hinter den Grünen.

Bei der Frage nach einer künftigen Koalition, sei die Rückmeldung zu einem Jamaika-Bündnis von CDU und Grünen positiv. Gegenüber allen anderen Koalitionsmodellen überwiege Distanz. dpa

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