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Wenig Sonnenschein: Wetter im Norden drückt auf die Stimmung

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Überflutete Alster
Die nach lang anhaltenden Regenfällen über die Ufer getretene Alster hat einen Wanderweg im Norden Hamburgs überflutet. © Hans-Jürgen Ehlers/-/dpa/Archivbild

Der Januar war in Niedersachsen, Bremen und Hamburg ungewöhnlich mild und bewölkt. In den vergangenen Tagen gab es zudem starke Regenfälle. Was kann man gegen den Winterblues tun?

Hannover/Hamburg - Es ist nicht nur ein subjektives Gefühl: Der Januar war in Niedersachsen, Bremen und Hamburg nach Daten des Deutschen Wetterdienstes (DWD) ungewöhnlich mild und arm an Sonnenschein. Viele sehnen den Frühling herbei. Können dunkle Wolken und Schmuddelwetter gar zu psychischen Krisen führen? Zu unterscheiden seien depressiv erkrankte Menschen und solche, bei denen das Wetter etwas auf die Stimmung drückt, sagte Ulrich Hegerl, Vorsitzender der Stiftung Deutsche Depressionshilfe, der dpa.

Depressive Phasen bei Erkrankten kommen dem Psychiater zufolge genauso im Sommer vor wie im Winter. Ein Sonderfall sei die sogenannte Winterdepression. „Diese ist meistens nicht so schwer, tritt nur im Herbst und Winter auf und ist eher mit Heißhunger und einem übermäßigen Schlafbedürfnis verbunden.“

Wem die dunkle Jahreszeit auf die Stimmung drückt, ohne depressiv erkrankt zu sein, sollte sich viel draußen bewegen, rät der Senckenberg-Professor an der Universität Frankfurt/Main. „Wichtig ist auch, dass man am Morgen nicht zu lange im Bett bleibt.“ Einen Spaziergang selbst bei bewölktem Himmel hält der Mediziner für ebenso hilfreich wie sich vor eine sogenannte Tageslichtlampe zu setzen.

In Niedersachsen gab es im Januar nach vorläufigen Daten des Deutschen Wetterdienstes (DWD) magere 30 Stunden Sonnenschein. Das waren acht Stunden weniger als im langjährigen Mittel des international gültigen Referenzzeitraumes 1961 bis 1990. „Besonders wenige Sonnenstunden registrierten wir an Messstationen in Soltau mit etwa 19 Stunden, in Fassberg mit rund 18 Stunden sowie in Bückeburg und Göttingen mit etwa 16 Sonnenstunden“, sagte DWD-Meteorologe Oliver Weiner. „Entlang der niedersächsischen Nordseeküste schien insgesamt etwas mehr die Sonne. In Cuxhaven erfassten wir etwa 30 Stunden, auf Norderney sogar rund 52 Stunden.“

Auch in Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein schien im Januar immerhin 45 Stunden lang die Sonne. Im Februar ist das Wetter in Hamburg und Schleswig-Holstein bislang ungewöhnlich nass. Das für diesen Monat erwartete Niederschlagssoll war laut DWD bis Mittwoch bereits zu fast 100 Prozent erfüllt. Wann wird es endlich Frühling? „Für die meisten von uns leider immer zu spät“, sagte Meteorologe Weiner. Auch ein seriöser Blick auf den gesamten Februar sei noch nicht möglich. dpa

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