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„Zerstörter Bürgersteig“ soll an Opfer der Nazis erinnern

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Denkzeichen vor dem Stadthaus
Ute Vorkoeper und Andrea Knobloch mit Carsten Brosda und Johannes Tuchel in Hamburg. © Georg Wendt/dpa/archivbild

Der Bau der großflächigen Bodenskulptur „Stigma“ zur Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus hat am Montag vor dem Gedenkort Stadthaus in der Hamburger Innenstadt begonnen. Das Künstlerinnenduo Andrea Knobloch und Ute Vorkoeper (missing icons) will mit dem „zerstörten Bürgersteig“ an jene Menschen erinnern, die dort zwischen 1933 und 1943 verhört, misshandelt oder ermordet wurden, teilte die Kulturbehörde am Montag mit.

Hamburg - Während der rund zweimonatigen Bauzeit zerschlagen die Künstlerinnen zunächst einen Teil der hellen Gehwegplatten aus Granit mit schwerem Gerät und entnehmen Platten entlang der Bruchkanten. Die großflächige Vertiefung füllen sie mit weichem Gummigranulat und einer hellroten Schicht aus Granulat und Splitt auf. So entsteht erneut eine ebene, nun markant federnde und farbige Oberfläche als Spur im Bürgersteig.

„Das Grauen, das von diesem Ort ausging, hat tiefe Narben hinterlassen. Dies zeigt Stigma auf eindrückliche Weise und leistet so einen wichtigen Beitrag gegen das Vergessen“, sagte Kultursenator Carsten Brosda (SPD).

Während der NS-Herrschaft war der Gebäudekomplex am NeuenWall/Stadthausbrücke bis zu seiner Ausbombung 1943 die „Zentrale desTerrors“ in Hamburg - hier waren das Polizeipräsidium sowie dienorddeutschen Leitstellen von Kriminalpolizei und Gestapountergebracht. Seit einem Jahr erinnert eine Dauerausstellung nebeneiner Fachbuchhandlung und einem Literaturcafé an die historischeBedeutung des Ortes. dpa

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