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Zwei weitere Bewohner des Seniorenheims an Corona gestorben

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Corona
Eine Pflegekraft bedient eine Herz-Lungen-Maschine. © Fabian Strauch/dpa/Symbolbild

In einem Seniorenheim in Tarp sterben sechs Menschen nach einem Corona-Ausbruch. Viele Bewohner und Beschäftigte hatten sich mit dem Virus infiziert. Um den Personalausfall aufzufangen, helfen Bundeswehrsoldaten im Heim aus.

Tarp/Schleswig - Nach einem Corona-Ausbruch in einem Seniorenheim in Tarp (Kreis Schleswig-Flensburg) sind zwei weitere Bewohner im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion gestorben. Es handle sich um einen 82-Jährigen und einen 89-Jährigen, hieß es in einer Mitteilung des Kreises Schleswig-Flensburg vom Dienstag. Damit gibt es nun sechs Todesfälle. Am Vortag war mitgeteilt worden, dass vier Bewohnerinnen im Alter von 86 bis 95 Jahren an einer Corona-Infektion starben. Angaben zu Vorerkrankungen lagen dem Kreis in allen Fällen zunächst nicht vor.

Bei PCR-Tests von 86 Bewohnern sowie 87 Beschäftigten der Einrichtung waren Ende vergangener Woche 65 Bewohner und 25 Beschäftigte positiv auf das Corona-Virus getestet worden. Nahezu alle Bewohner und Mitarbeiter des Heimes sind den Angaben zufolge dreifach geimpft.

Seit Dienstag helfen insgesamt 18 Soldaten des Spezialpionierregiments 164 aus Husum bei der Versorgung der Bewohner. Hintergrund ist, dass der Personalausfall nicht wie geplant unter anderem durch den Einsatz von Mitarbeitern aus anderen Einrichtungen des Betreibers kompensiert werden konnte.

Die Soldaten verteilen zum Beispiel Essen oder helfen beim Kontakthalten mit den Angehörigen. Letzteres ist derzeit aufgrund eines Betretungsverbots nur per Telefon oder vom Balkon aus möglich. Die Aufgaben der Soldaten sind klar abgegrenzt von pflegerischen Tätigkeiten. Sie sollen zunächst bis zum 24. Februar im Einsatz sein.

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz appellierte mit Blick auf den Corona-Ausbruch in Tarp erneut für tägliche Pflichttests unabhängig vom Impfstatus. „Doppelt Geimpfte übertragen das Virus wie Ungeimpfte. Auch das Boostern ändert daran wenig“, erläuterte Vorstand Eugen Brysch. Er plädiere nicht gegen die Impfung, sondern es sei ein Appell für eine konsequente Testpflicht in der ambulanten und stationären Altenpflege. „Viel zu viele Menschen leiden und sterben hier noch. Tägliches Testen ohne Ausnahme vom Impfstatus hilft das zu verhindern.“ Nach Ansicht von Brysch versagen hier alle Bundesländer, da es kein verbindliches tägliches Test-Regime gebe. „Und so werden sich Corona-Ausbrüche wie im Pflegeheim in Tarp deutschlandweit wiederholen.“ dpa

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