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Horrorszenario Blackout: Was laut einer Analyse passiert, falls der Strom komplett ausfallen sollte

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Von: Janine Napirca

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Befeuert vom Ukraine-Krieg wird verstärkt über einen möglichen Blackout geredet. Experten haben die Folgen eines solchen Stromausfalles bereits vor Jahren skizziert.

München – Der Krieg in der Ukraine hat das Horrorszenario Stromausfall in das Bewusstsein vieler Menschen, auch in Deutschland, gebracht. Wieso der Strom überhaupt ausfallen sollte und mit welchen Folgen zu rechnen ist, wenn es wirklich zu einem Blackout kommt – das erfahren Sie hier.

Blackout: Warum könnte der Strom überhaupt ausfallen?

Was hat der Krieg in der Ukraine mit der Stromversorgung in Deutschland zu tun? Deutschland bezieht eine ganze Menge Gas aus Russland. Ein akuter Gasmangel könnte laut einem Welt.de-Bericht vom 12. Mai zu einer Destabilisierung des Stromnetzes und damit zu einem flächendeckenden Stromausfall führen. Auch Cyberattacken können die Stromversorgung lahm legen.

Stromausfall-Szenario trifft auch Internet, Telefon und TV

Bei einem Blackout können Sie Endgeräte wie Smartphone, Telefon und Fernseher nicht mehr benutzen, zumindest ab dann, wenn der Akku leer ist. Wer sich aber nur via Internet oder TV informiert, wird mit einem Stromausfall von jeglicher Informationsquelle abgeschnitten. Weder öffentliche Nachrichten aus der Politik und dem aktuellen Weltgeschehen, noch Lebenszeichen von Freunden und Verwandten sind dann noch zugänglich. Wer wissen will, wie es den Liebsten geht, muss persönlich vorbeischauen. Mithilfe eines Kurbelradios könnte man immerhin noch Nachrichten empfangen, auch wenn der Strom ausbleibt.

Ein Blackout, also ein flächendeckender Stromausfall, hätte gravierende Folgen für Deutschland.
Ein Blackout, also ein flächendeckender Stromausfall, hätte gravierende Folgen für Deutschland. © Christian Ohde/Imago

Blackout: Sämtlicher Verkehr wird bei einem Stromausfall lahmgelegt

Berlin - Ohne Strom fahren keine öffentlichen Verkehrsmittel wie S-Bahn, U-Bahn, Tram oder Züge mehr. Laut Bericht soll bei einem Blackout auch an den Tankstellen Schluss sein. Denn ohne Strom keine elektrische Pumpe an der Zapfsäule. Somit bleiben Autos, Busse und Lkws stehen. Auch die IT hinter der Tankstelle ist dem Bericht nach ohne Strom lahmgelegt. Da der Diebstahlschutz der Tanklastzüge elektronisch geregelt wird, können die Laster bei einem Blackout nicht entladen werden.

Ohne Strom gibt es auch bald kein fließendes Wasser mehr – so schlimm wäre ein Blackout

Die möglichen Folgen eines Blackouts hat dem Bericht zufolge bereits im Jahr 2011 das Büro für Technikfolgen-Abschätzung (TAB) abgeschätzt, und zwar im Auftrag des Bundestags. Die Analyse gelte immer noch als aktuell. Die Wahrscheinlichkeit eines Blackouts hält Mitautor und Politikwissenschaftler Maik Poetzsch allerdings für „extrem unwahrscheinlich“ - so wie die ganze Analyse das Risiko als gering einstuft.

Dennoch, zurück zum Szenario: Nur etwa eine Woche wäre dem Bericht zufolge die Wasserversorgung in Deutschland mithilfe von Notstromaggregaten nach einem Blackout gesichert. Die Hygienebedingungen verschlechtern sich ohne fließendes Wasser enorm, Toiletten werden verstopfen und Krankheiten können sich besser und schneller ausbreiten.

Gesundheitsversorgung durch Stromausfall stark eingeschränkt: Diese Personengruppen sind besonders gefährdet

Allgemein wird die Gesundheitsversorgung durch ein Blackout schwer belastet. Nur 24 Stunden muss laut Bericht die Stromversorgung für den Notbetrieb in deutschen Krankenhäusern gewährleistet werden. Besonders gefährdet sind Diabetikerinnen und Diabetiker, die auf gekühltes Insulin angewiesen sind. Auch Dialyse-Patienten und -Patientinnen würden von einem Blackout schwer getroffen. Ebenso wie Menschen, die nur mithilfe von Beatmungsgeräten über ausreichend Sauerstoff versorgt werden.

Auch die Ernährung kann bei einem Blackout nicht sichergestellt werden

Supermärkte sind bei einem Stromausfall sofort betroffen. Nicht nur die Kasse, auch Beleuchtung und Kühlung funktioniert bei einem Blackout nicht mehr. Generell ist es sinnvoll, sich zuhause einen kleinen Notvorrat mit den wichtigsten Dingen anzulegen, mit denen man eine gewisse Zeit überbrücken kann. Sodass man bei einem Stromausfall nicht gleich hungern muss. (jn)

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