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DGB: Frauen im Osten beim Lohn oft doppelt benachteiligt

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Eine Frau hält Geldscheine und Münzen in der Hand. © Daniel Karmann/dpa/Illustration

Beim Lohn sind Frauen im Osten nach Angaben des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) Hessen-Thüringen nach wie vor doppelt benachteiligt. „Die Frage der Ost-West-Angleichung ist überfällig“, sagte die stellvertretende Bezirksvorsitzende Renate Sternatz am Donnerstag anlässlich der anstehenden Betriebsratswahlen und des Internationalen Frauentags am 8.

Erfurt - März. Über 30 Jahre nach der Wende gebe es immer noch deutliche Unterschiede, insbesondere bei den Arbeitszeiten, aber auch beim Lohn.

So seien etwa die Durchschnittseinkommen in Hessen höher als in Thüringen und bei Männern generell höher als bei Frauen. Sie bezog sich damit auf Zahlen von 2020, wonach Frauen in Hessen pro Stunde 19,82 Euro brutto und Männer 24,26 Euro brutto verdienten. In Thüringen lagen die Verdienste demnach bei 16,78 Euro brutto bei Frauen und 17,48 Euro brutto bei Männern.

Zugleich seien im Jahr 2019 nur 44 Prozent der Thüringer Beschäftigten tarifgebunden gewesen, in Hessen 58 Prozent. „Das zeigt deutlich, dass die Tarifbindung auszubauen ist, weil es auch mit Tarifverträgen gelingt, Gleichstellungslücken zu schließen.“

Die Pandemie habe gezeigt, dass Tarifverträge dazu beitragen, Beschäftigung zu sichern, sagte Sternatz weiter. Mit ihrer Hilfe habe etwa auch für viele Beschäftigte das Kurzarbeitergeld aufgestockt werden können. Allerdings habe auch hier ein größerer Anteil der Männer als der Frauen profitiert.

Zugleich habe einer Befragung der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung zufolge knapp jede fünfte Frau mit betreuungsbedürftigen Kindern im Januar 2022 angegeben, ihre Arbeitszeit wegen der Kinderbetreuung verringert zu haben. Bei den Männern lag der Anteil demnach nur bei sechs Prozent. „Das ist ein herber Rückschlag“, sagte Sternatz. „Damit Gleichstellung auch im Betrieb Realität wird, muss sich an der Betriebskultur einiges ändern.“ dpa

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