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Festival Goldener Spatz kehrt zurück in die Kinos

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Nicola Jones
Nicola Jones. © Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

Nach zwei Jahren kann das Kindermedien-Festival wieder in sein Zuhause - die Kinos - zurückkehren. Durch Corona war das nicht möglich. Doch 2022 soll sich wieder in den Thüringer Kinosesseln gefläzt werden.

Erfurt - Letztes Jahr fand das Kindermedien-Festival Goldener Spatz nach hybrider Planung bis auf die Arbeit der Kinderjury online statt. Denn coronabedingt blieben die Kinos geschlossen. Doch nicht dieses Jahr. Die Säle sind wieder offen und „wir möchten - wir wollen - unbedingt zurück in die Kinos. Das ist uns ganz wichtig“, sagt Festivalleiterin Nicola Jones. Denn die Veranstaltung war und sei weiter in Lichtspielhäusern in Erfurt und Gera zu Hause.

Der Goldene Spatz gilt als größtes deutschsprachiges Festival seiner Art. Zu den Besonderheiten zählt, dass eine Kinderjury die Wettbewerbssieger bestimmt. So sichten 33 ausgewählte Mädchen und Jungen das gesamte Wettbewerbsprogramm und nehmen die digitalen Medienangebote genau unter die Lupe. Es wird diskutiert, beraten und am Ende über die Gewinner entschieden.

Die ausgewählten Einreichungen für die Kategorie Kino und TV sollen in diesem Jahr wieder an den beiden Festivalstandorten im Kino präsentiert werden. Der Wettbewerb digital, die zweite Säule des Festivals, soll hingegen auch 2022 online stattfinden, so die Veranstalter.

Das habe damit zu tun, dass die gezeigten Angebote auch dort ihren Ursprung haben, so Jones. Außerdem habe man mithilfe der Förderung ein starkes und interaktives Angebot geschaffen, das im Idealfall so weitergeführt werden soll, sagt Jones. Ob das wirklich gehen wird, bleibt jedoch offen. Denn die Corona-Fördertöpfe sind nicht ewig zugänglich und die Technik für die Plattform ist nur gemietet.

Ein klarer Vorteil der Online-Ausgabe war für Jones, dass so über Thüringen hinaus mit Schulklassen gearbeitet werden konnte. Rund 50 Schulklassen aus ganz Deutschland hatten sich für Online-Tickets angemeldet. Man habe so im Digitalen „keine Kinder oder Publikum verloren“, freut sich die Festival-Chefin.

Allerdings sei es „ganz schwierig“ gewesen, die Kleinsten zu erreichen, da ein digitales Angebot im Rahmen der Arbeit in den Kindergärten schwieriger umzusetzen sei. Sie sei sich bei den kleinsten Filmfans also „sehr sicher, dass die mit großer Begeisterung dieses Jahr wieder ins Kino zurückkommen“, sagt Jones.

Aber haben Streamingangebote die Älteren fürs Kino versaut? Jones hofft nicht. Gemeinsam im großen Kinosaal zu schauen, mit anderen Filme direkt zu besprechen, das schaffe eine gewisse Nähe und Intensität, „die sicherlich im Bereich des Online-Arbeitens so nicht möglich ist“, so Jones. „Und das ist ja auch ein Teil unserer Arbeit. Wir wollen Kinder und Jugendliche für Kino begeistern, ihnen Kino nahebringen.“

Die Begeisterung fürs Kino weiterleben zu lassen oder überhaupt erst zu wecken gelinge etwa dadurch, dass die jungen Zuschauerinnen und Zuschauer auch aktiv ins Festival einbezogen werden würden. Neben der Kinderjury soll es in der Festivalwoche vom 29. Mai bis 4. Juni daher weitere Mitmach-Angebote geben. Die Teilhabe der Kinder soll in Zukunft darüber hinaus ausgebaut werden, kündigt Jones vage an. „Das ist ein Punkt, der glaube ich zunehmend auch eine Wichtigkeit hat.“ dpa

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