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Gut 3,5 Milliarden Euro Umsatz mit Immobilien erwartet

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Immobilienmarkt
Wohnhäuser stehen in Thüringen. © Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

Erwerb von Eigentum statt Negativzinsen auf Sparguthaben - das hat auch in Thüringen die Immobilienpreise angekurbelt. Die Zahl der geschlossenen Kaufverträge bleibt konstant, anders als die Summe der Erlöse.

Erfurt - In Thüringen ist nach Einschätzung von Fachleuten mit einer neuerlichen Steigerung der Erlöse bei Immobilienverkäufen zu rechnen. Eine Hochrechnung des Landesamtes für Bodenmanagement und Geoinformationen geht für dieses Jahr von einem Gesamtumsatz von rund 3,5 Milliarden Euro aus, wie die Behörde auf Anfrage mitteilte. 2020 hatten Wohngebäude, Eigentumswohnungen, andere bebaute Grundstücke und unbebaute Flächen für insgesamt rund 3,35 Milliarden Euro ihre Besitzer gewechselt. 2019 war der Gesamtumsatz erstmals über die Marke von 3 Milliarden Euro geklettert - bei einer annähernd konstanten Zahl abgeschlossener Kaufverträge.

Die Zahl der Immobilientransaktionen hat sich in Thüringen demnach mit leichten Schwankungen bei um die 30.000 pro Jahr eingependelt. Der Immobilienboom schlage sich in Thüringen weniger in der Zahl vereinbarter Kaufverträge nieder, sondern in den Preisen, sagte Thomas Roos, Leiter der Zentralen Geschäftsstelle der Grundstück-Gutachterausschüsse beim Landesamt.

Es habe in der Pandemie keinen „explosionsartigen“ Anstieg bei beurkundeten Kaufverträgen gegeben, lautet auch die Einschätzung der Thüringer Notarkammer. „Im Lockdown gab es zwar einen Run etwa auf Gartengrundstücke, das hat die Gesamtzahl der Kaufverträge aber nicht beeinflusst“, sagte Kammerpräsident Peter Janecek.

Das Interesse an Eigentumswohnungen ist in Thüringen nach den Zahlen des Landesamtes bereits vor der Pandemie gestiegen. Seit 2019 wechseln jährlich mehr als 4000 Eigentumswohnungen ihre Besitzer, in den zwei Jahren zuvor waren es bis zu etwa 3500. Für 2021 rechnet das Landesamt hier wie 2020 mit etwa 4600 Kaufverträgen - bei einem prognostizierten Umsatz von knapp 570 Millionen Euro. Das wären etwa 50 Millionen Euro mehr als 2020. Grundlage dieser Hochrechnung sind laut Landesamt die Verkaufszahlen und Umsätze bis Oktober.

Als Orientierung beim Immobilienerwerb und -verkauf dienen sogenannte Bodenrichtwerte, die die Gutachterausschüsse auf der Grundlage bisheriger Kaufverträge festlegen. Das Landesamt veröffentlicht darüber hinaus aktuelle Kaufpreisschätzungen für Eigentumswohnungen. dpa

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