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In Gotha und im Web: Stiftung will Ergebnisse teilen

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Herzogliche Museum und Schloss Friedenstein
Das Herzogliche Museum im Vordergrund und Schloss Friedenstein im Hintergrund. © Bodo Schackow/dpa-Zentralbild/dpa

Das zweite Corona-Jahr hat Schloss Friedenstein nicht so zugesetzt wie das erste. 2022 sollen Ergebnisse einzelner Großprojekte digital zu nutzen wie auch vor Ort in Gotha zu sehen sein.

Gotha - Die Stiftung Schloss Friedenstein Gotha hat für April eine neue 3D-Anwendung geplant. Dann sollen Nutzerinnen und Nutzer nach barockem Vorbild ihre eigene Ordnung der Welt in einem modellierten Kunstkammerschrank herstellen können, sagte Digital-Projektleiterin Josefine Frank zu dem Vorhaben am Donnerstag in Gotha. Auch sollen bis Ende des Jahres über 1000 Münzen und Medaillen fotografiert und digitalisiert werden. Die Projekte werden bis 2027 mit Bundesgelder von 38,5 Millionen Euro gefördert. So soll die Stiftung sich in den kommenden Jahren „zu einer digital kompetenten Kultureinrichtung weiterentwickeln“.

„Das Digitalisat ist ein Vehikel, um die Menschen zum Original zu bringen“, sagte Stiftungsdirektor Tobias Pfeifer-Helke. Darüber gehe weiterhin nichts. „Das Original hat seine eigene Aura, hat seine eigene Ausstrahlung, hat seine Qualitäten, die Sie nicht in andere Medien übertragen können.“ Gerade um junge Menschen wieder beziehungsweise vermehrt nach Gotha zu bringen, müsse man sich aber sehr stark den sozialen Medien zuwenden. Eigens dafür wurde mit Anne Kaestner eine Referentin für Neue Medien eingestellt.

2022 werde man sich neben dem Ausbau der Digitalisierung aber nach einer Corona-Pause auch wieder der Umsetzung der Thüringer Schlössertage und anderer Vor-Ort-Veranstaltungen zuwenden, sagte der Stiftungschef - etwa dem Ostereiermarkt im April, dem 20. Barockfest im August oder dem Schlösserkindertag im September. „Wir planen diese ganz fest für 2022.“

Trotz Schließungen ist die Stiftung nach eigenen Angaben gut durch das zweite Corona-Jahr gekommen. Vor allem im August, September und Oktober habe es viel Besucherzuspruch gegeben, sagte Pfeifer-Helke. Rund 74.900 Besucherinnen und Besucher zählte die Stiftung 2021 insgesamt. Im Jahr zuvor waren es rund 69.200 gewesen, 2019 noch 141.600. „Alles in allem ist es aus meiner Perspektive ein sehr erfolgreiches Jahr“, so der Stiftungschef.

Als nicht so großer Besuchsmagnet wie gedacht entpuppte sich die Sonderausstellung „Wieder zurück in Gotha! - Die verlorenen Meisterwerke“ zu den fünf geraubten und schließlich nach Gotha zurückgekehrten Altmeistergemälden. Rund 7000 Interessierte schauten sich die Werke bisher an. „Es hätte durchaus mehr sein dürfen“, sagte Sammlungschef Timo Trümper. Die Ausstellung ist noch bis Ende August zu sehen. Auch darüber hinaus sollen die Gemälde ausgestellt bleiben.

2022 soll ab August anlässlich des 250. Geburtstages und 200. Todestages Herzog Augusts von Sachsen-Gotha-Altenburg (1772-1822) in einer umfassenden Sonderschau das Leben und Werk des Fürsten näher beleuchtet werden. Der Fokus der Ausstellung liegt auf den mannigfaltigen Sammlungen, die August mit großer Kennerschaft zusammentragen ließ und die teilweise bis heute internationales Ansehen genießen. Im „Bromacker Lab“ sollen ab Ende Februar erste Ergebnisse der Grabungen der Fossil-Lagerstätte Bromacker im Thüringer Wald interaktiv gezeigt und vermittelt werden. dpa

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