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Linke-Chefin zu Lafontaine: „Ich mache anders Politik“

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Linke-Chefin Susanne Hennig-Wellsow
Susanne Hennig-Wellsow, Co-Bundesvorsitzende der Linken, spricht beim Landesparteitag. © Michael Reichel/dpa/Archivbild

Der Linke-Politiker Oskar Lafontaine will bald von der politischen Bühne abtreten. Doch zum Abschied übt er noch Kritik an der Führung seiner Partei. Linke-Chefin Hennig-Wellsow grenzt nun ihren Stil ab.

Erfurt - Die Co-Vorsitzende der Linken, Susanne Hennig-Wellsow, hat ihren Politikstil von dem ihres Parteikollegen Oskar Lafontaine abgegrenzt. „Natürlich habe ich meine Widersprüche zu Oskar und sein Politikstil ist ganz sicher nicht meiner“, sagte Hennig-Wellsow der Deutschen Presse-Agentur am Rande eines Parteitages der Thüringer Linken in Erfurt. Sie vergesse nicht die Tradition der älteren Genossinnen und Genossen. „Aber ich bin eine andere Generation und mache anders Politik“, betonte Hennig-Wellsow.

Anlässlich Lafontaines Abschied von der politischen Bühne würdigte sie seine Rolle beim Zusammenschluss der Linke-Vorgängerparteien WASG und Linkspartei.PDS: „Sein politischer Instinkt hat uns aus Ost und West im richtigen historischen Moment zusammengeführt“, sagte Hennig-Wellsow. Die Linke würde es ohne ihn so nicht geben.

Der 78 Jahre alte Lafontaine hatte am Freitag das Ende seiner politischen Karriere verkündet. Er werde bei der Landtagswahl im Saarland am 27. März 2022 auch nicht mit einer eigenen „Liste Lafontaine“ ins Rennen gehen: „Ich trete nicht mehr an“, sagte er der „Welt“. Lafontaine kritisierte zugleich die Führung der Linken. „Parteivorsitzende müssen die Flügel zusammenführen und eine Programmatik entwickeln, die alle akzeptieren. Stattdessen verstehen sich die Vorsitzenden als Mitglieder von Strömungen und befeuern seit Jahren den innerparteilichen Konflikt“, sagte er der „Welt“.

Hennig-Wellsow wies darauf hin, dass Lafontaine sie darin bestärkt habe, „dass wir uns auch wirklich vorbereiten auf die Chance, in einer Bundesregierung eine Politik der sozialen Mehrheit zu machen“. Das Ergebnis der Bundestagswahl schmerze noch immer, dennoch bleibe sie dabei, dass Politik Haltung und Gestaltungsmacht sei. „Dazu braucht man auch den Willen zum Regieren.“ dpa

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