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Material- und Personalengpässe erschweren Erholung

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Konjunkturbericht der Handwerkskammer Erfurt
"Handwerkskammer Erfurt" steht auf einem Schild am Eingang des Gebäudekomplexes. © Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa

Die Thüringer müssen oft lange auf Handwerkerleistungen warten. Die gute Auftragslage vor allem in den Baugewerken ist gut für die Betriebe, hat aber auch Nachteile.

Erfurt - Engpässe bei Material und Personal, aber auch hohe Einkaufs- und Benzinpreise dämpfen die konjunkturelle Erholung im Thüringer Handwerk. Dank der guten Auftragslage, vor allem in den verschiedenen Baugewerken, sei das Handwerk vorsichtig optimistisch, sagte der Präsident des Thüringer Handwerkstages, Stefan Lobenstein, am Dienstag in Erfurt. „Wir haben das Corona-Tief in Teilen überwunden.“

Viele Gewerke hätten sich bereits sichtbar erholt. Zu den großen Herausforderungen der Betriebe gehöre derzeit das Gewinnen von Fachkräften, so Lobenstein.

Das Handwerk ist in Thüringen mit knapp 30 000 Betrieben und rund 150 000 Beschäftigten ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Der Jahresumsatz lag vor der Corona-Pandemie bei rund elf Milliarden Euro.

In einer Konjunkturumfrage der Handwerkskammer Erfurt berichten 90 Prozent der Betriebe von einer guten oder befriedigenden wirtschaftlichen Lage. Die konjunkturelle Stütze im Handwerk seien das Bau- und Ausbaugewerke. Im Bauhaupthandwerk berichteten 63 Prozent der Befragten von einer guten Geschäftslage, im Ausbauhandwerk 69 Prozent. Positiver als noch im Frühjahr sei jetzt auch die Stimmung im Kfz-Gewerbe. Generell gelte, dass größere Betriebe ihre Lage besser einschätzten als kleine.

Die Auswirkungen der Engpässe spüren auch Privatkunden immer häufiger, sagte Lobenstein. Auf die Reparatur ihres Fahrzeugs, ihrer Uhr oder Bauleistungen am Haus müssten sie teilweise lange warten. Durch die Engpässe entgehe den Betrieben aber auch Umsatz.

Für 2022 rechnet das Gros der Betriebe - insgesamt fast 76 Prozent - mit einer stabilen, befriedigenden Entwicklung. 82 Prozent der Betriebe erwarten laut Umfrage aber auch weiterhin steigende Ein- und Verkaufspreise. Lobenstein warb für Investitionen. „Vieles spricht dafür: Die Aufträge sind da, und billiger kann geborgtes Geld kaum werden“, sagte der Handwerkspräsident. dpa

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