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Neue Luchswelpen streifen mit Mama durch Nordthüringen

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Luchswelpen in Thüringen gesichtet
Zwei junge Luchse in freier Wildbahn. © Speitling/Stiftsforst Ilfeld/dpa

Fotoaufnahmen belegen: Im Südharz gibt es erneut Nachwuchs einer standorttreuen Luchsin. Gleich mehrere Jungtiere der gefährdeten und sehr selten vorkommenden Raubkatze sind auf den Bildern zu sehen.

Erfurt - An den Pinselohren ist er leicht zu erkennen, sein Anblick in freier Wildbahn bleibt aber noch eine Seltenheit: der Luchs. Eine standorttreue Luchsdame im Südharz hat nun nachweislich Nachwuchs bekommen. Eine selbstauslösende Kamera konnte das Luchsweibchen vor kurzem mit zwei Jungtieren fotografieren, wie das Thüringer Umweltministerium am Freitag mitteilte.

Die Raubkatze sei in den vergangenen zwei Jahren regelmäßig in der Gegend gesichtet worden - auch mit Nachwuchs. Die jüngsten Tiere müssten nun laut dem Ministerium im Frühling oder Sommer dieses Jahres geboren sein.

Die Paarungszeit der Luchse - die sogenannte „Ranzzeit“ - liegt in den Monaten Februar bis März. Nach rund 70 Tagen wird der Nachwuchs geboren. Zwei Wochen nach der Geburt öffnen die Jungluchse zum ersten Mal ihre Augen und erkunden die Umgebung. Die Welpen bleiben bis zur nächsten Ranzzeit bei der Mutter.

„Luchse fühlen sich in Thüringen immer wohler - jeder Nachwuchs ist ein Erfolg des Artenschutzes“, teilte Umweltministerin Anja Siegesmund (Grüne) mit. Das Ministerium geht zurzeit davon aus, dass insgesamt acht ausgewachsene Luchse in Thüringen leben.

Das Wiederausbreiten der Pinselohren in Thüringen wird unter anderem von den Umwelt- und Naturschutzorganisationen BUND und WWF begleitet. „Wir freuen uns sehr über den Nachwuchs“, sagte der zuständige WWF-Projektmanager, Max Boxleitner. Deswegen lasse sich aber noch nicht sagen, dass sich die Lage des Luchses im Land stark verbessert hat. Die Tiere seien weiterhin stark gefährdet und sehr selten.

Gemeinsam mit dem BUND arbeite man daran, bald auch im Thüringer Wald ein Foto-Monitoring mit selbstauslösenden Kameras zu installieren, sagte Boxleitner. Das längerfristigere Ziel sei, dass die sich nur sehr langsam ausbreitenden Populationen in ganz Thüringen - und nicht nur im Südharz (sieben Tiere) und dem Schiefergebirge (ein Tier) - ein Zuhause finden.

Neben dem Luchs zählt auch der Wolf zu den stark gefährdeten und streng geschützten Tierarten in Thüringen. Genetische Untersuchungen eines Kothaufens im Landkreis Nordhausen belegten zum ersten Mal, dass ein Wolf von Niedersachsen aus nach Thüringen streifte, bestätigte ein Sprecher des Umweltministeriums am Mittwoch auch entsprechende Medienberichte der vergangenen Tage.

In der Regel kämen die Tiere aus Brandenburg und Sachsen, also aus dem Osten, ins Land. Man könne bei dem Tier zum aktuellen Zeitpunkt jedoch nicht davon ausgehen, dass es sich um einen standorttreuen Wolf handle. Bis auf Weiteres rechne das seit April 2020 zuständige „Kompetenzzentrum Wolf/Luchs/Biber“ weiter mit insgesamt sechs Wolfsnachweisen. dpa

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