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Stellenportal soll Bürokratie bei Lehrer-Bewerbungen abbauen

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Thüringens Bildungsminister Helmut Holter (Linke)
Thüringens Bildungsminister Helmut Holter (Linke) spricht bei einer Landtagssitzung. © Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

Immer wieder ist der Einstellungsprozess für Lehrer als bräsig und kompliziert kritisiert worden. Nun verspricht ein neues Stellenportal mehr Geschwindigkeit. Dabei soll es nicht nur beim Einsatzbereich Schuldienst bleiben.

Erfurt - Schneller, einfacher und digital: Ein neues Stellenportal soll Thüringen im Wettbewerb um dringend benötigte Lehrer helfen. „Wir wollen dadurch schneller einstellen und die Prozesse beschleunigen“, sagte Thüringens Bildungsminister Helmut Holter (Linke) bei der Vorstellung der Plattform am Donnerstag in Erfurt. Bewerber können sich über das Portal „schuldienst.thueringen.de“ direkt für konkrete Schulen bewerben oder eine Initiativbewerbung für einen oder mehrere Schulamtsbereiche senden. Die Dokumente müssen dabei anders als bisher nicht per Post geschickt werden, sondern können direkt online hochgeladen werden.

Der bisherige Bewerbungsprozess war etwa vom Thüringer Lehrerverband immer wieder als zu umständlich und langwierig kritisiert worden.

Ein häufig angeführtes Argument war dabei, dass teils Bewerberinnen und Bewerber in anderen Bundesländern schneller eine Zusage erhielten und dadurch für den Thüringer Schuldienst verloren gingen.

Holter betonte, das Portal helfe auch dabei, Verwaltungsprozesse zu optimieren. Die Plattform laufe bereits seit drei Wochen; bislang hätten sich 425 Menschen dort angemeldet und ein Profil angelegt.

Offen steht die Plattform nicht nur fertig ausgebildeten Lehrern, sondern auch Seiteneinsteigern. „Jeder, der Interesse hat, Lehrer zu werden, kann sich hier registrieren“, stellte Holter klar.

Eine der wichtigen Veränderungen ist die Möglichkeit, sich für bestimmte Schulen direkt zu bewerben. „Unsere Erfahrung in der Vergangenheit war immer, dass eine Bewerbung für den Bereich Südthüringen am Ende nicht für ganz Südthüringen gemeint war“, sagte der Südthüringer Schulamtsleiter Michael Kaufmann. Holter wies darauf hin, dass sich aber grundsätzlich am Ranglistenverfahren bei den Lehrereinstellungen nichts ändere.

Bewirbt sich ein Interessent für mehrere Schulen oder in mehreren Schulamtsbereichen, werden die bereits hochgeladenen Dokumente gleich übernommen. Wenn dann aber am Ende der Schritt zur Verbeamtung ansteht, müssen doch noch Dokumente in Papierform eingereicht werden, weil für bestimmte Zeugnisse zum Beispiel Beglaubigungen nötig sind.

Die Thüringer CDU-Fraktion erklärte, jede Maßnahme, die helfe, Einstellungen von Lehrern zu beschleunigen, sei unterstützenswert. Der rot-rot-grünen Landesregierung warf sie aber vor, nicht genügend Lehrerinnen und Lehrer auszubilden. „Wenn nach wie vor jährlich 1200 Lehrer in den Ruhestand gehen, aber nur 700 ausgebildet werden, ist offensichtlich: Die entscheidenden Stellschrauben zur Bekämpfung des Lehrermangels in Thüringen geht die Landesregierung nicht an“, erklärte der bildungspolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Christian Tischner.

Das neue Portal startet zunächst nur für den Bildungsbereich, soll aber perspektivisch für alle Einstellungen im öffentlichen Dienst in Thüringen genutzt werden. Eine umfassendere Nutzung ist erst im kommenden Jahr geplant.

Das Portal wurde seit dem Jahr 2019 entwickelt. Die Kosten für die Entwicklung im Bildungsbereich belaufen sich nach Angaben des Bildungsministeriums bisher auf rund 80 000 Euro. Mit mehreren Marketing-Aktionen soll das Portal noch stark beworben werden, was demnach noch einmal rund 90 000 Euro kosten soll. dpa

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