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Verdis „Nabucco“ auf den Erfurter Domstufen: Ende offen

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„Nabucco“ auf den Erfurter Domstufen
Das Modell zeigt die Stufen vor dem Dom. © Monia Marsni/dpa

400 Tonnen Bühnenmaterial, ein Kran und rund 60 Helfer sind für den Aufbau des Erfurter Domstufen-Festivals eingeplant. Am 24. Juni soll auf den Stufen vor dem Dom mit den achttägigen Arbeiten begonnen werden, wie Generalintendant Guy Montavon am Montag bei einer Pressekonferenz in Erfurt sagte. Vom 15. Juli bis zum 7. August soll in 21 Aufführungen die Verdi-Oper „Nabucco“ zwischen Severikirche und Mariendom aufgeführt werden.

Erfurt - Dann sollen eine 8,5 Meter hohe und zehn Meter breite Mauer sowie eine fünf Meter hohe Skulptur und Zäune auf den Domstufen nach Jerusalem und Babylonien entführen. Das Festival ist eines der größten in Thüringen.

Die Verdi-Oper mit religiös-politischen Konflikten war bereits für 2020 angedacht, musste aber coronabedingt nach zwei Aufführungen verschoben werden. „Vor zwei Jahren, als wir das Bühnenbild entworfen haben, haben wir an alles gedacht, nur nicht an die Ukraine“, sagte Montavon. In der aktuellen Adaption müsse der Krieg zwingend mitgedacht werden. „In einem Stück, wo es um Vernichtung anderer Völker, anderer Menschen geht, kann man an den heutigen Ereignissen wie Syrien und insbesondere der Ukraine, nicht vorbeiinszenieren.“ Wie genau das aussehen soll, da blieb Montavon, der für die Inszenierung verantwortlich ist, noch vage. „Ich weiß nicht, wie ich das Stück beenden werde.“

Wie im Vorjahr wird das Orchester nicht mehr in einem Zelt auf dem Domplatz sitzen, sondern per Glasfaser von der Bühne des Theaters auf den Domplatz übertragen. Der 1. Kapellmeister am Erfurter Theater, Yannis Pouspourikas, verwies darauf, dass der Klang so um einiges besser sei. „Das ist extrem positiv.“

Bei voller Auslastung können 2100 Zuschauer die Aufführung verfolgen. Der Vorverkauf für die insgesamt 74 000 Karten läuft bereits; die Karten für die Kinderaufführungen „Pettersson und Findus und der Hahn im Korb“ seien bereits komplett verkauft. Auch die Kostüme würden schon geschneidert. „Da geht aber noch ordentlich Schweiß, bis das alles gemacht ist“, sagte Ausstattungsleiter Hank Irwin Kittel. Montavon sucht derweil noch männliche Statisten. Er habe schon acht Soldaten, brauche aber noch weitere zwölf.

2023 soll Hector Berlioz' „Fausts Verdammnis“ zur Aufführung kommen. dpa

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