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Wohnungsunternehmen: Höhere Abschläge für Betriebskosten

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Heizung
Ein Mann dreht in einer Wohnung am Thermostat einer Heizung. © Hauke-Christian Dittrich/dpa/Symbolbild

Wegen massiv gestiegener Preise für Fernwärme haben Wohnungsgenossenschaften und kommunale Wohnungsunternehmen in Thüringen ihren Mietern empfohlen, höhere Vorauszahlungen für Betriebskosten zu leisten. „Verantwortungsvolle Vermieter gehen diesen Weg“, sagte der Direktor des Verbands der Thüringer Wohnungs- und Immobilienwirtschaft, Frank Emrich, der Deutschen Presse-Agentur.

Erfurt - Unternehmen hätten ihre Mieter angeschrieben und ihnen die Erhöhung vorgeschlagen. Möglich sei die Erhöhung auf Grundlage der Betriebskostenabrechnung für das vergangene Jahr. 80 Prozent der rund 264.000 Wohnungen im Bestand von Mitgliedsunternehmen werden Emrich zufolge mit Fernwärme beheizt, der Rest mit Gas.

Wegen der gestiegenen Fernwärmepreise könnten sich die bisherigen Heizkosten für die Wohnungen je nach Standort verdoppeln, prognostizierte Emrich. „Wenn man das nicht abfedert, ist das eine Gefährdung des sozialen Friedens“, warnte er. Die Bereitschaft zur Erhöhung der Abschläge sei auf Mieterseite groß, sagte er. Vor massiven Erhöhungen der Heizkosten gefeit seien lediglich Mieter von Wohnungen, die mit Biogas oder aus der Abwärme von Müllverbrennungsanlagen beheizt würden.

Auch mit einer merklichen Reduzierung der Zimmertemperatur um ein oder zwei Grad lasse sich eine Verdopplung der Heizkosten nicht auffangen, so Emrich. „Es wird Menschen geben, bei denen die Frage steht: Essen oder Heizen.“ Auch größere Teile der Mittelschicht seien dann auf staatliche Hilfen angewiesen, weil sie die Belastung allein nicht tragen könnten. Diese Brisanz sei vielen Betroffenen und erst recht der Politik noch nicht bewusst, sagte Emrich. „Da wird sozialer Sprengstoff in die Briefkästen geworfen.“ Der Verband vertritt rund 200 Unternehmen. dpa

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