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Wolf tötete von der Leyens Pony – Rüde hat bereits mehrere Nutztiere gerissen

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Von: Markus Hofstetter

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Bei einem Angriff wurden ein Pony von EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen getötet. Nun ist klar, dass ein Wolf dahintersteckt.

Burgdorf - Anfang September erreichte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen eine traurige Nachricht. Nur wenige hundert Meter vom Wohnhaus der Familie entfernt wurde das Pony Dolly tot aufgefunden. Schon damals wurde spekuliert, dass ein Wolf das 30 Jahre alte Tier gerissen haben könnte. Ein danebenstehendes weiteres Pony blieb unverletzt.

Von der Leyens Pony getötet: Genanalyse bestätigt Wolf als Täter

Nach rund drei Monaten herrscht nun Klarheit, Dolly wurde tatsächlich Opfer eines Wolfes. Das bestätigten nach Angaben eines Sprechers des niedersächsischen Umweltministeriums in Hannover genetische Untersuchungen. Es handelt sich dabei um den Wolf mit der Kennung GW950m. Dolly war nicht das erste Opfer des Rüden, der zum Rudel Burgdorf gehört. Bereits mehrere Nutztiere wie Schafe, Rinder und Pferde wurden von dem Wolf gerissen. 

In der vergangenen Woche hat Ursula von der Leyen in einem Schreiben an die EVP-Fraktion im Europäischen Parlament darauf hingewiesen, dass die Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie (FFH) Spielräume für die Mitgliedstaaten eröffne, um auf wachsende Wolfsbestände zu reagieren. Hintergrund ist eine Initiative der EVP-Fraktion im Europaparlament, um die Wolfsbestände in Europa neu zu begrenzen. Denn die Menschen in bestimmten ländlichen Regionen in Deutschland fühlten sich nicht mehr sicher. Denn immer häufiger verlören Wölfe ihre natürliche Scheu vor den Menschen und trauen sich näher an Siedlungen heran.

Wolfpopulation in Niedersachsen: Bis 2030 könnten es 1000 Tiere sein

Bislang gilt der Wolf, der sich seit einigen Jahren aus Osteuropa kommend auch in Deutschland immer weiter ausbreitet, als streng geschütztes Tier. Ende des dritten Quartals 2022 lebten in Niedersachsen in 49 Wolfsterritorien 44 Wolfsrudel und fünf residente Einzelwölfe. Insgesamt sollen das etwa 350 Wölfe sein. Einer Studie zufolge soll die Population bis 2030 auf 1000 Tiere ansteigen.

In Deutschland leben laut dem Bundesamt für Naturschutz (BfN) zurzeit 161 Wolfsrudel. Das entspricht einer Zunahme von drei Rudeln im Vergleich zur vorhergehenden Monitoring-Periode. Angesichts der wachsenden Population kommt es immer häufiger zu Zwischenfällen, so dass die Debatten um den Wolf heftiger werden und die Abschussforderungen zunehmen.

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