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CDU attestiert Lauterbach „Einkaufsrausch“ - „Minister kennt bei Impfstoffbestellungen keine Grenzen mehr“

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Von: Anna Lehmer

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Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) im Deutschen Bundestag zur Impfpflicht-Abstimmung.
Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) wird „Einkaufsrausch“ vorgeworfen. Corona-Impfstoffdosen stapeln sich im zentralen Lager der Bundesregierung. © Michael Kappeler/dpa

Der Bund lagert 77 Millionen Corona-Impfstoffdosen, ein Großteil davon verfällt bis Herbst. CDU-Gesundheitspolitiker Sorge unterstellt Lauterbach deswegen einen „Einkaufsrausch“.

Berlin - Deutschland sitzt auf Bergen von Impfstoffdosen. Insgesamt 77 Millionen Dosen Corona-Impfstoff befinden sich zum Stichtag 4. April im Lager des Bundes. Das teilte das Bundesgesundheitsministerium gegenüber der Welt am Sonntag mit. Innerhalb von zwei Wochen habe sich der Vorrat um zehn Prozent vergrößert, am 21. März wurden nämlich noch 70 Millionen Dosen gezählt. Diese Zahl geht aus einer Antwort der Regierung auf Anfrage der Unionsfraktion hervor, die der Zeitung vorliegt.

Karl Lauterbach im „Einkaufsrausch“: Millionen Corona-Impfstoffdosen auf Lager

Am 21. März hätten sich demnach etwa 27,4 Millionen Dosen des Herstellers Biontech, 40,2 Millionen des Unternehmens Moderna und 1,3 Millionen Dosen von Johnson & Johnson im zentralen Lager der Bundesregierung befunden. Auch 700.000 Dosen von Novavax würden sich darin stapeln. Immer wieder gaben Bundesländer große Mengen an ungebrauchten Impfstoffdosen zurück an den Bund. Vor allem ein Hersteller wurde von den Deutschen verschmäht. Den aufgebauten Vorrat kann CDU-Gesundheitspolitiker Tino Sorge wenig nachvollziehen. Er kritisierte deshalb in der Zeitung Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD). Der Gesundheitsminister befinde sich „im Einkaufsrausch“.

Corona-Impfstoff im Überfluss: Millionen Dosen erreichen im Juni ihr Verfallsdatum

Insgesamt sind in Deutschland bisher rund 172,4 Millionen Dosen Corona-Vakzine verimpft worden, das geht aus Daten des COVID-19 Impfdashboard hervor. 76 Prozent der Bevölkerung ist grundimmunisiert. Zuletzt war das Impftempo allerdings stark gesunken, auf 237.000 Impfungen in der vergangenen Woche. Die bisher meisten Impfungen wurden am 15. Dezember 2021 mit insgesamt 1,7 Millionen Dosen durchgeführt. Bei dem aktuell geringen Tempo würden laut WamS-Rechnung bis Ende September nur etwa sechs Millionen Dosen benötigt. Von den eingelagerten Dosen würden allerdings bis Ende Juni mindestens elf Millionen Dosen ihr Verfallsdatum erreichen. Im dritten Quartal verfallen der Antwort der Regierung auf die Anfrage der Union zufolge weitere 57 Millionen.

CDU-Gesundheitspolitiker Sorge wirft Lauterbach „Einkaufsrausch“ vor

Der CDU-Gesundheitspolitiker Tino Sorge kritisierte deswegen in der Zeitung Bundesgesundheitsminister Lauterbach. „Der Minister kennt bei den Impfstoffbestellungen keine Grenzen mehr. Er ordert, was immer da ist - der tatsächliche Bedarf und die Kosten spielen für ihn keinerlei Rolle mehr“, sagte Sorge. Er handle getreu dem Motto: „Viel hilft viel.“ Er forderte Auskunft über die Kosten, die dem Bund dadurch entstehen. Noch im Dezember sprach Lauterbach von einem Impfstoffmangel und orderte 80 Millionen Dosen Biontech und zehn Millionen Dosen Moderna zusätzlich. Am Ende seien es sogar 123,4 Millionen geworden, so WamS.

Corona-Impfstoffdosen auf Vorrat: Ukraine-Geflüchtete als mögliche Abnehmer

Angesichts der gescheiterten Impfpflicht für alle ab 60 Jahre dürfte der Vorrat an Impfdosen auch in nächster Zeit nicht all zu schnell abgebaut werden. Dass der Impfstoff Novavax kaum Nachfrage findet, kann Karl Lauterbach nicht nachvollziehen. Er schiebt den sozialen Medien die Schuld zu. Gestiegene Nachfrage dürfte der Bund allerdings durch die Ukraine-Krise verzeichnen. Lauterbach zeigte sich besorgt über die möglichen „riesigen Impflücken“ von Ukraine-Geflüchtete. Die Regierung sagte gegenüber der WamS, dass der voraussichtliche Bedarf für Flüchtlinge „auf der Grundlage historischer Impfzahlen in verschiedenen Szenarien“ prognostiziert und dementsprechend gehandelt werde. (AFP/ale)

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