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Chaos-Wetter in Deutschland: Hochwasser-Gefahr - Pegel steigen weiter - Straßen gesperrt

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Von: Patrick Mayer, Franziska Schwarz, Martina Lippl

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Heftiger Wetter-Umschwung mit Folgen: In Baden-Württemberg gilt an vielen Stellen akute Hochwasser-Gefahr, im Norden stoppt der Schnee Züge. Der News-Ticker.

+++ Wir beenden diesen Ticker. Alle weiteren Entwicklungen zum Wetter in Deutschland lesen Sie fortan in diesem News-Ticker. +++

Update vom 31. Januar, 13.07 Uhr: Im am Rhein liegenden Worms ist wegen steigender Fluss-Pegel am Sonntagmorgen die Meldestufe I überschritten worden, meldet das Landesamt Hessen. An dem Fluss sollten die Wasserstände am Sonntag und Montag stark ansteigen (siehe vorheriges Update).

Update vom 31. Januar, 10.13 Uhr: An vielen Orten geht das Hochwasser-Problem aktuell zurück - an anderen bahnt es sich erst an. „Am Rhein steigt das Wasser hingegen weiter an“, schreibt wetteronline.de. Daher würden Schutzwände in Stellung gebracht, Fluttore geschlossen und wassernahe Straßen gesperrt.

Laut Prognose des Portals könnten die Wasserpegel am Mittelrhein ihren Höchststand am Montag erreichen und das Deutsche Eck in Koblenz (Rheinland-Pfalz) überflutet werden. Pegel wie im Januar 2018 dürften aber nicht erreicht werden, heißt es.

Ein Hochwasserschild steht am Rhein.
Hochwasserschild am Rhein: Starkregen und Tauwetter sorgen aktuell in Rheinland-Pfalz für stark ansteigende Wasserstände. © Andreas Arnold/dpa

Wetter-Warnungen für ganz Deutschland! Hochwasser-Chaos im Süden - Schnee-Freude im Norden

Update vom 30. Januar, 19.53 Uhr: Das starke Tauwetter und der zugleich starke Regen sorgen vielerorts für extremes Wetter. Weiterhin warnt der Deutsche Wetterdienst (DWD) vor Wassermassen im Südwesten und am Alpenrand. Der Wetterdienst meldet Warnstufe rot: „Unwetterwarnung“.

Wetter in Deutschland: Tau-Chaos im Süden

„Starkes Tauwetter mit zeitweise verbreiteten Regenniederschlägen haben insbesondere in Flüssen in der Südhälfte des Landes zur Ausbildung von Hochwasser geführt“, heißt es auf der Website der Hochwasservorhersagezentrale Baden-Württembergs. Vor allem die Wasserstände kleinerer und mittlerer Gewässer sind durch das Tauwetter erhöht. „An zahlreichen Pegeln haben sich Hochwasser im Bereich von 2- bis 10-jährlichen Ereignissen ausgebildet, an einzelnen Pegeln auch darüber. Größtenteils fallen die Wasserstände in den Zuflüssen bereits wieder“, so der Lagebericht vom Samstagnachmittag (30. Januar, 16.30 Uhr).

Dem Hochwassernachrichtendienst Bayern zufolge ist die Lage am Alpenrand noch im grünen Bereich. Eher im Norden und der Mitte Bayerns wurden erhöhte Meldestufen ausgerufen. Mehr zum Bayern-Wetter finden Sie hier*.

Wetter in Deutschland: Schnee-Freue im Norden

Ganz anders ist die Wetterlage im Norden Deutschlands. Berlin und Hamburg freuen sich darüber, dass endliche einmal Schnee liegen bleibt. In Hamburger Parks lockte sonnig-winterliches Wetter am Samstag viele Familien zum Rodeln. Dabei wurde der Corona-Mindestabstand häufig nicht eingehalten, wie die Polizei am Mittag mitteilte. „Die Menschen rodeln teilweise auf sehr engem Raum“, sagte ein Polizeisprecher. Der Schanzenpark wurde deshalb sogar gesperrt; hier zählte man ungefähr 400 Menschen.

Auch in Berlin war es weiß. Im Tiergarten war am Morgen eine Ski-Langläuferin unterwegs. Das Brandenburger Tor und die Siegessäule sahen nach Winterzauber aus. Im Volkspark Friedrichshain rodelten einige. Die Polizei rief in Durchsagen dazu auf, Masken zu tragen und Abstand zu halten. Im Park am Planetarium am Insulaner in Schöneberg schritt die Polizei ein. Es sei zu voll, sagte eine Beamtin.

Eine Frau geht bei viel Neuschnee im Berliner Tiergarten langlaufen.
Eine Frau geht bei viel Neuschnee im Berliner Tiergarten langlaufen. © Fabian Sommer/dpa/picture alliance

Wetter-Warnungen für ganz Deutschland: Mann vom Hochwasser überrascht - Berlin versinkt im Schnee

Update vom 30. Januar, 13.04 Uhr: „Die Wasserstände an den Flüssen bleiben auf hohem Niveau“: Deutschland darf sich auf Dauerregen einstellen. Der vielerorts heftige Regen soll laut Deutschem Wetterdienst (DWD) noch bis mindestens Mitte der Woche anhalten - vor allem im Süden und Westen. Laut Prognose sollen bis Mittwoch bis zu 40 Liter Regen pro Quadratmeter, vom Saarland bis zum Hochrhein sowie im Allgäu sogar bis zu 60 Liter fallen.

„Das Wetter in Deutschland kann sich derzeit nicht wirklich für den Winter oder den Frühling entscheiden“, sagte ein DWD-Meteorologe der dpa. Entsprechend pendelten die Tagestemperaturen im Norden und Osten um den Gefrierpunkt, im Südwesten hingegen könnten am Dienstag Höchstwerte von 13 Grad erreicht werden.

Wetter in Deutschland: Heftiger Schneefall in Berlin - zehn Zentimeter Neuschnee

Update vom 30. Januar, 12.08 Uhr: Das Wetter verlangt vielen Menschen zurzeit einiges ab. Mehrere Städte in Norddeutschland waren wegen der Witterung bis in die frühen Morgenstunden nicht mit dem Fernverkehr erreichbar, in Baden-Württemberg führte das Hochwasser zu einem Großeinsatz(siehe vorheriges Update). Und Berlin versinkt im Schnee: In und rund um die Hauptstadt laufen die Menschen aktuell teils auf zehn Zentimetern Schnee, im angrenzenden Potsdam können es an diesem Samstag sogar elf Zentimeter sein, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) mitteilte.

Darüber herrscht aber auch Freude. Im Berliner Tiergarten war am Morgen zum Beispiel diese Ski-Langläuferin unterwegs:

Eine Frau geht bei viel Neuschnee im Berliner Tiergarten langlaufen.
Kräftiger Schneefall in Berlin - Wintersportler freut‘s. © Fabian Sommer/dpa

Update vom 30. Januar, 9.12 Uhr: Das Hochwasser in Deutschland ist noch nicht ausgestanden. Am Freitagabend ist ein 35-jähriger Mann am Rheinufer im Landkreis Karlsruhe (Baden-Württemberg) vom Pegelstand überrascht worden. Der bis zur Hüfte in den Fluten stehende Obdachlose konnte sich wegen der Dunkelheit nicht mehr selbst befreien und rief mit seinem Handy die Rettung.

Dadurch, dass sein genauer Standort zunächst nicht festgestellt werden konnte, wurden mehrere Einsatzfahrzeuge der Polizei und der Feuerwehr, zwei Boote der Wasserschutzpolizei und ein Polizeihubschrauber eingesetzt, außerdem Rettungskräfte der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG). Schlussendlich konnte die Feuerwehr den Mann retten, er blieb unverletzt.

Wetter in Deutschland: Schnee und Eis bringen Fernverkehr zum Erliegen

Mit einem anderen Wetter-Phänomen hat indes Norddeutschland zu kämpfen: Weichenstörungen wegen Schnee und Eis. In der Nacht zu Samstag war der Fernverkehr der Deutschen Bahn stark beeinträchtigt. Mehrere Orte seien voraussichtlich bis in die frühen Morgenstunden betroffen:

Auf diesen Strecken musste der Fernverkehr der Deutschen Bahn zufolge bis kurz nach Mitternacht komplett eingestellt werden: 

Der private Bahnbetreiber Metronom stoppte nach eigenen Angaben am Freitagabend seinen Verkehr in einem Bundesland: ganz „Eisregen und Schnee haben große Teile der Eisenbahnstrecken in Niedersachsen lahmgelegt“, teilte das Unternehmen mit. „Bitte vermeiden Sie, wenn möglich, auch morgen früh Fahrten, oder informieren sich in der elektronischen Fahrplanauskunft.“

Hochwasser-Gefahr in Deutschland: Großstadt stark betroffen - Innenstadt in Hessen unter Wasser

Update vom 29. Januar, 20.37 Uhr: Auch in Hessen sorgt die Kombination aus Tauwetter und Regen mancherorts für Hochwassergefahr. Im Laufe des Tages traten stellenweise immer wieder Bäche und Flüsse über die Ufer. In Büdingen stand sogar die Altstadt unter Wasser. Die Feuerwehr und die DLRG waren im Dauereinsatz und mussten die Menschen sogar in Schlauchbooten aus den gefluteten Häusern bergen. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) sagt in Hessen auch am Samstag noch viel Regen voraus und geht örtlich von Hochwassergefahr aus. Die Situation entspannt sich also noch nicht.

Mitarbeiter von DLRG und Feuerwehr sind am Nachmittag dabei, Bewohner aus den vom Wasser eingeschlossenen Häusern in der überfluteten Altstadt zu bergen.
In Büdingen bergen DLRG und Feuerwehr aus vom Wasser eingeschlossenen Häusern in der überfluteten Altstadt. Die Hochwasserlage ist durch den Regen drastisch verschärft. © Frank Rumpenhorst/dpa

In Freiburg ist die Suche nach der jungen Frau, die einer Augenzeugin zufolge in die Dreisam gefallen sein soll, indessen ergebnislos zu Ende gegangen. Die Rettungskräfte konnten sie bis zum späten Nachmittag nicht finden. Allerdings ist sie Berichten zufolge, womöglich bereits zuvor von einem Mann aus dem Wasser gezogen worden.

Hochwasser in Deutschland: Frau in Baden-Württemberg offenbar in Fluss gefallen

Update vom 29. Januar, 15 Uhr: Es ist so weit: Wie bereits seit Tagen angekündigt, sind von Donnerstag auf Freitag und an diesem Freitag die Pegelstände der Flüsse in Baden-Württemberg teils extrem gestiegen. Es herrscht große Hochwassergefahr!

So teilte die Hochwasservorhersagezentrale Baden-Württemberg in ihrem Lagebericht mit: „An den größeren Flüssen des Landes - vor allem in der baden-württembergischen Donau und im Oberlauf des Neckars - wird ein deutliches Hochwasser erwartet.“

Wetter in Deutschland: Hochwasser in Baden-Württemberg - Dreisam in Freiburg über Ufer getreten

Schon jetzt seien an verschiedenen Gewässern im Schwarzwald (zum Beispiel Wutach, obere Donau mit Zuflüssen, oberer Neckar mit Zuflüssen), in Flüssen der Schwäbischen Alb sowie in Oberschwaben (Schussen) und im Allgäu (Argen) deutliche Wasseranstiege zu verzeichnen.

Es würden „weitere, teils rasche Wasserstandsanstiege erwartet“, hieß es in dem Lagebericht. Mehr noch: Laut regelmäßig aktualisierter Hochwasser-Karte der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg gibt es über das ganze Bundesland verteilt bereits an mehreren Stellen Hochwasser, zum Beispiel vereinzelt auf der Dreisam im Schwarzwald, auf dem Rhein bei Maxau/Karlsruhe und der Schweizer Grenze sowie auf dem Neckar bei Horb und Rottweil.

Ein Schwerpunkt ist Berichten zufolge aktuell die Dreisam. In Freiburg waren laut SWR bereits am Freitagmorgen die Uferwege überflutet. Sowohl SWR als auch Badische Nachrichten berichten von einem größeren Rettungseinsatz im Bereich der Ochsenbrücke mitten in der Stadt. Demnach hätten Passanten beobachtet, wie eine junge Radfahrerin in den Fluss gefallen sei.

Turbulentes Wetter in Deutschland - Sturmböen in Bayern

Update vom 29. Januar, 10 Uhr: Das Wetter in Deutschland ist turbulent. Fast in ganz Bayern warnt der Deutsche Wetterdienst vor Sturmböen.

Indes gelten Warnungen des DWD für den Norden Deutschlands aufgrund von Schneefall. Zwischen 9 Uhr morgens und 20 Uhr abends soll es im Norden Neuschnee geben. Auch ist Vorsicht geboten: Es wird glatt.

Die Wetterkarte des Deutschen Wetterdienstes zeigt Warnungen für ganz Deutschland.
Der Deutsche Wetterdienst warnt am Freitag (29. Januar) vor Sturmböen im Süden und vor Schneefall und Glätte im Norden. © Screenshot Deutscher Wetterdienst

„Schneefall setzt ein von Ostfriesland bis runter an die Lausitz - und teilweise gibt es richtig viel Schnee“, erklärte Meteorole Jan Schenk von The Weatherchannel. Von Ostfriesland bis Magdeburg könnte es bis zu 20 Zentimeter schneien. „Nach Süden kann es auch Schneeregen oder nasser Schnee sein, aber der Schneefall hat sich etwas nach Norden verlagert.“ Auch in Hamburg und Berlin sollen es schneien.

Während Jan Schenk von bis zu zehn Zentimetern spricht, warnt der Deutsche Wetterdienst vor Schneemengen von eins bis acht Zentimetern. In der Nacht zum Samstag schneie es dann sogar in Kiel und voraussichtlich auch in Rostock. „Der markanteste Schneefall in diesem Winter bisher in Norddeutschland steht direkt vor der Tür“, so Schenk und der Schnee soll auch vorerst liegen bleiben.

Ab Samstag soll der Schneefall in den nördlichen Teilen Deutschlands dann etwas abnehmen und sich wieder Richtung Süden verlagern. „Dann gibt es Sonntag noch einmal eine neue Schneedecke obendrauf“, prognostizierte der Wetter-Experte.

Wetter: Nächste Schneewalze rollt auf Deutschland zu - Expertin berichtet von gleich drei Tiefdruckgebieten

Update vom 28. Januar, 21.35 Uhr: Dauerregen und Tauwetter bestimmen die nächsten Tage - vor allem im Süden Deutschlands bedeutet dies Hochwassergefahr. Gleich drei Tiefdruckgebiete - „Nicolai“, „Olaf“ und Peter“ - bringen bis zum Sonntag teils sehr starke Regenfälle mit sich. Wie am Donnerstag regnet es dann auch am Freitag fast ununterbrochen, erklärt Veronika Krieger, Meteorologin bei weatherchannel.com, und weiß: „Und auch am Samstag wird es nochmal nass!“ Während es im Nord-Osten Deutschlands eher kühl bleibt und es in Berlin und Hamburg sogar schneien kann, sollen die Temperaturen im Süd-Westen sehr mild werden. Der Schnee in München könnte also schon bald passé sein, da sich die Schneefront weiter nach Norden verlagert.

Vor allem im Schwarzwald, in Oberschwaben, in der Fränkischen Schweiz und an der Rhön warnt die Wetter-Expertin vor mittelschweren Hochwassern. Die Pegel-Höchststände erwartet sie hier am Freitag, flussabwärts treffen sie dann zeitlich etwas verzögert ein. Am Oberrhein könnte der Pegel dann einen Wert erreichen, der sogar die Schifffahrt lahmlegen könnte. Bei kleinen und mittleren Flüssen wird vor zwei- bis zehnjährigem Hochwasser gewarnt, während die Scheitelwerte an größern Flüssen wie dem Main oder der Donau aber nur die Warnstufe 1 erreichen dürften. Weiterhin soll es sehr nass und unbeständig bleiben, sodass sich die Hochwasser-Situation zum Anfang der Woche nochmals „verschärfen“ könnte, warnt Krieger.

Video: Tauwetter und Dauerregen verschärfen die Hochwassergefahr im Süden

Ursprünglicher Artikel vom 28. Januar 2021:

München - Die Wetterlage in Deutschland ist angespannt: Quer über Deutschland bildet sich eine markante Luftmassengrenze, warnt der Deutsche Wetterdienst (DWD). Diese Grenze erstreckt sich vom Münsterland bis in die Oberpfalz. Und sie bewegt sich laut den DWD-Wetterexperten erst am Samstag nach Süden. Die Wetterkarte sieht „bunt“ aus, twittert der DWD.

Kräftiger Schneefall - Hier fällt bis zu 20 Zentimeter Neuschnee

Solche Wetterlagen haben es in sich, besonders an der Grenze zu Warmluft und Kaltluft. „Die warme Luft hat viel mehr Wasser dabei als die Kaltluft überhaupt tragen könnte. Und die bodennahe Kaltluft sorgt für neue Schneefälle. Man nennt das auch eine Gegenstromlage“, erklärt Meteorologe Jan Schenk von The Weather Channel. In Bremen, Hannover, Dresden oder auch Braunschweig sind demnach Mengen von bis zu 20 Zentimetern drin. Da heißt es Aufpassen! „Es ist die markanteste Wetterlage, die uns diesem Winter bevorsteht“, so der Wetter-Frosch.

Wetter in Deutschland: Die nächste Schneewalze rollt heran - Winter kommt zurück

Wetter in Deutschland: Ist der Winter am Wochenende in Deutschland zurück?

Am Samstag verlagert sich der Schneefall dann weiter nach Süden! Doch der „Schneewalze aus dem Norden geht ein bisschen die Luft aus“, vermutet Wetterexperte Jung. Von der Eifel bis nach Franken schiebt sich die Schneefallgrenze vom Norden, laut dem DWD vor. Auch in den Alpen fängt es dann wieder an zu schneien.

„So eine Luftmassengrenze ist extrem in Sachen Überraschungspotenzial“, sagt auch Meteorologe Dominik Jung vom Wetterportal wetter.net. Zu Beginn der neuen Woche sei die Wetterlage seiner Meinung nach zunächst noch völlig unklar. (ml) *Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

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