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Nächste Vorwürfe gegen Rammstein: Ex-Festivalleiter äußert sich - „Die Mitarbeiter waren empört!“

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Nach den schweren Vorwürfen gegen Rammstein-Frontmann Till Lindemann will die Polizei in Litauen keine Ermittlungen einleiten. Derweil gibt es neue Vorwürfe.

Update vom 11. Juni, 7.17 Uhr: Das vierte Konzert von Rammstein in München ist am Sonntagabend (11. Juni) im Olympiastadion geplant. Dann geht die Tour der Band durch Europa weiter. In Berlin will Rammstein am 15., 16. und 18. Juli im Olympiastadion Konzerte geben. Berlin hatte schon vergangene Woche bei den Konzerten der Band in der Hauptstadt Aftershowpartys verboten.„In Berlin wird es in den Liegenschaften, die ich verantworte, keine Aftershowpartys der Band Rammstein geben“, teilte Innen- und Sportsenatorin Iris Spranger (SPD) am Mittwoch mit. Es gelte, die Ermittlungen abzuwarten, „aber die Vorwürfe wiegen so schwer, dass Schutz und Sicherheit der Frauen hier absoluten Vorrang haben“.

Update vom 10. Juni, 17.41 Uhr: Im Zuge der Berichterstattung über die Band Rammstein und ihren Sänger Till Lindemann sind neue Vorwürfe erhoben worden. Wie die kanadische Zeitung Le Journal de Québec schreibt, gehe es um Vorfälle, die sich während des Festivals „Festival d’été de Québec“ im Jahr 2010 in Kanada abgespielt haben sollen. Die kanadischen Journalisten berufen sich dabei auf den ehemaligen Leiter des Festivals, Daniel Gélinas.

Neue Vorwürfe gegen Rammstein: „Die Mitarbeiter waren empört!“

Wie dieser der Zeitung sagte, sollen im Vorfeld des Auftrittes der Band Personen aus deren Umfeld um das Auftreiben von „jungen Frauen“ für die Aftershow-Party gebeten haben. Dies sei abgelehnt worden, woraufhin sich Teile der Crew von Rammstein selber auf die Suche begeben haben sollen.

„Sie sagten uns, sie wollten nachsehen, ob es Mädchen gibt. Wir sagten ihnen, sie sollen gehen. Das hatten wir noch nie gesehen. Bei anderen Künstlern ist das nie passiert. Die Mitarbeiter waren empört.“ Trotz der Vorwürfe trat die Band sechs Jahre später erneut auf dem Festival auf. Bei beiden Veranstaltungen seien keine Anschuldigungen gegen die Band Rammstein oder deren Sänger Till Lindemann erhoben worden.

Paukenschlag um Rammstein: Polizei in Litauen will nicht gegen Lindemann ermitteln

Update vom 10. Juni, 11.44 Uhr: Keine Ermittlungen gegen Rammstein! Die Polizei in Litauen hat entschieden, kein Strafverfahren einzuleiten, schreibt das Portal lrytas.lt. Eine Frau aus Irland hatte Till Lindemann und ein weiteres Bandmitglied beschuldigt, sie nach einem Konzert in Vilnius unter Drogen gesetzt zu haben. Am nächsten Morgen sei sie mit Blutergüssen und Gedächtnislücken aufgewacht. Die Staatsanwaltschaft muss der Entscheidung der Polizei allerdings noch zustimmen.

Laut dem Portal habe die Polizei angegeben, die Umstände nicht nachvollziehen zu können. Nach Auswertung aller gesammelten Daten, habe sie daher entschieden, keine Voruntersuchung zu beginnen. Tomas Braženias, leitender Spezialist der Kommunikationsunterabteilung, sagte: „Nach Prüfung aller Umstände beginnen sie nicht mit der Vorverhandlung, wenn keine Angaben zum Tatbestand vorliegen.“

Die litauische Polizei will vorerst nicht gegen Rammstein-Frontsänger Till Lindemann ermitteln.
Die litauische Polizei will vorerst nicht gegen Rammstein-Frontsänger Till Lindemann ermitteln. © Christoph Soeder/dpa/picture alliance

Die Frau aus Irland hatte bereits zuvor beklagt, sie fühle sich von der litauischen Polizei nicht ernst genommen. In Litauen soll sie gar nicht angehört worden sein, erst von Irland aus, habe ein Verhör über eine Videokonferenz stattgefunden.

„Die Situation hat viele Fragen hinsichtlich der Fähigkeit der litauischen Polizei und der Rettungssanitäter aufgeworfen, angemessen auf eine mögliche Drogenvergiftung und mögliche sexuelle Übergriffe zu reagieren“, kritisiert das litauische Zentrum für Menschenrechte in einem Statement. Die Behörden hätten zu langsam reagiert, werfen sie vor.

Rammstein-Vorwürfe ziehen weiter Kreise: Anwälte wollen gegen einzelne Personen vorgehen

Update vom 9. Juni, 5.42 Uhr: Rammstein verzichtete am Donnerstagabend auf den Song „Pussy“, kurzfristig wurde er aus dem Programm gestrichen. Im Lied heißt es unter anderem: „You‘ve got a pussy, I have a dick. So what‘s the problem? Let‘s do it quick.“ Diese Zeilen wollten die Rocker momentan offenbar nicht singen. Ansonsten zogen sie ihre Show wie gewohnt durch, Frontsänger Till Lindemann spricht ohnehin selten viel zwischen den Liedern.

Update vom 8. Juni, 17.49 Uhr: Die Live-Auftritte im Münchner Olympiastadion werden schweren Vorwürfen überschattet: Mehrere Frauen bezichtigen Frontsänger Till Lindemann des sexuellen Missbrauchs und der Belästigung. In einer ersten Stellungnahme distanzierte sich die Band von Übergriffen jeglicher Art, nun schalten sich die Anwälte Lindemanns ein.

Die Vorwürfe seien „ausnahmslos unwahr“ heißt es in einer Pressemitteilung der Kanzlei. Gegen einzelne Personen wolle man nun rechtlich vorgehen. Auch die Berichterstattung vieler Medien werde geprüft, da es „zu einer unzulässigen Verdachtsberichterstattung gekommen“ sei.

Rammstein-Vorwürfe ziehen weiter Kreise: Kundgebung und Petition vor nächstem Konzert in München

Update vom 8. Juni, 14 Uhr: Das zweite Rammstein-Konzert in München steht am Donnerstag im Olympiastadion an. Nach den Vorwürfen gegen den Frontmann Till Lindemann war schon beim ersten der vier Auftritte der Band in München einiges anders: In der inzwischen berüchtigten „Row Zero“ – dem Sicherheitsbereich vor der Bühne – sollten keine Konzertbesucher mehr sein. Dazu sollte ein Awareness-Team vor Ort sein. Die KVR-Chefin Hanna Sammüller-Gradl machte sich, laut tz.de, am ersten Konzertabend selbst ein Bild, – auch vom Backstagebereich.

Ob am Donnerstagabend der Song „Pussy“ im Vergleich zu den bisherigen Konzerten der Tournee fehlt, bleibt abzuwarten. In den sozialen Medien rufen Demonstranten erneut zu einer „Kundgebung gegen Rammstein und für lückenlose Aufklärung“ vor dem Olympiastadion auf. Nun fordert eine Petition die Stadt München auf, die Konzertreihe abzubrechen.

Ein Live-Auftritt der Band Rammstein um Frontsänger Till Lindemann.
Rammstein trat am Mittwochabend in München auf. © Gonzales Photo/Sebastian Dammark/Imago

Update vom 8. Juni, 12.17 Uhr: Nach den schweren Vorwürfen gegen Rammstein-Frontmann Till Lindemann von teils anonymen Frauen veröffentlicht jetzt eine Münchnerin einen Screenshot von einem Instagram-Chat auf Twitter. Der angebliche Chat-Verlauf soll zeigen, wie die 25-Jährige eigenen Angaben zufolge wohl für eine Rammstein-Show angeworben wurde. Wie tz.de berichtet, ist die Münchnerin als Twitch-Streamerin und Influencerin in zahlreichen sozialen Medien unterwegs, nennt sich Jasmin und wirke authentisch, auch wenn sich viele Angaben und die Echtheit des Screenshots nicht verifizieren ließen. Unklar sei zudem, ob Jasmin ein vermeintliches Opfer des „Systems-Rammsteins“ werden sollte und ob die angebliche Instagram-Chatpartnerin überhaupt im Auftrag von Rammstein handelte.

Proteste bei Rammstein-Konzert: Münchner Polizei zieht erste Bilanz

Update vom 8. Juni, 11.36 Uhr: Vor dem ersten Rammstein-Konzert in München demonstrierten etwa 60 Menschen vor dem Olympiastadion gegen den Auftritt der Band und gegen Gewalt gegen Frauen. Vereinzelt gingen Rammstein-Fans die Protestierenden verbal an, wie die tz.de berichtete. Wie auch andere Medien übereinstimmend berichteten, fielen teils verachtende und spöttische Kommentare. Die Polizei München dagegen konnte die Sprüche gegen die Demonstranten aber auf Nachfrage von tz.de nicht bestätigen. Es habe keine besonderen Vorfälle gegeben. Eigenen Angaben zufolge waren etwa 100 Einsatzkräfte vor Ort gewesen – eine übliche Anzahl.

Das zweite Rammstein-Konzert in München geht am Donnerstagabend über die Bühne. Dann werden wieder tausende Fans zum Olympiastadion pilgern.

Rammstein-Vorwürfe: Song von Setlist gestrichen

Update vom 8. Juni, 8.42 Uhr: Beim ersten Deutschland-Konzert in München wurde ein Song von der Rammstein-Setlist gestrichen, berichtet tz.de. Die Band verzichtete auf den Song „Pussy“ zudem Sänger Till Lindemann sonst mit einer Schaumkanone das Publikum seit Jahren bespritzt.

Am Donnerstag (8. Juni), Samstag (10. Juni) und Sonntag (11. Juni) sind drei weitere Rammstein-Konzerte in der Olympiahalle in München geplant. Offiziell sind alle Auftritte ausverkauft, allerdings hatten mehrere Fans ihre Tickets zurückgegeben.

Rammstein spielt nach Vorwürfen vor ausverkauften Olympiastadion in München

Update vom 8. Juni, 5.56 Uhr: Die Band Rammstein hat am Mittwochabend (8. Juni) das erste von vier geplanten Konzerten in München gespielt. Bei der Zugabe ließen sich die Musiker auf Schlauchboten durch das Publikum tragen, berichtet der Bayerische Rundfunk. Die Stimmung bei den rund 60.000 Fans sei gut gewesen. Auf die erhobenen Vorwürfe gegen Frontmann Till Lindemann ging die Band bei ihrem Aufritt vor Zehntausenden Zuschauerinnen und Zuschauern nicht ein.

Sänger Lindemann gab sich zwischen den Songs wie gewohnt wortkarg. Das Publikum verabschiedete er mit den Worten: „München, danke, dass ihr hier seid. Danke, dass ihr bei uns seid.“ Mehrere Frauen erhoben in den vergangenen Tagen – teilweise anonym – Vorwürfe gegen Lindemann.

Rammstein-Vorwürfe: Lindemann macht Fans einen Strich durch die Rechnung

Update vom 7. Juni, 23 Uhr: Überraschend machte Rammstein am Ende ihres ersten München-Konzerts einigen ihrer Fans einen Strich durch die Rechnung. Um ihre Solidarität gegenüber der Band und Till Lindemann zum Ausdruck zu bringen, wollten diese zu einem bestimmten Zeitpunkt auf die Knie gehen. Den Aufruf zu dieser Aktion hatten sie vor dem Auftritt via Social Media geteilt.

Laut der Absprache wollten sie sich dafür eine Tradition der Band zunutze machen. Denn Rammstein selbst gehe üblicherweise zum Ende ihrer Konzerte und zu dem Song „Ohne dich“ vor den Fans auf die Knie. Am heutigen Abend jedoch blieben Till Lindemann und Kollegen stattdessen stehen, wie t-online berichtete.

Rammstein - München: Volles Stadion: Die umstrittene Band Rammstein treten am Mittwochabend in München im Olympiastadion auf.
Volles Stadion: Die umstrittene Band Rammstein treten am Mittwochabend in München im Olympiastadion auf. © Felix Hörhager/dpa

Rammstein-Konzert in Berlin: Stadt verbietet Aftershowpartys - „Vorwürfe wiegen schwer“

Update vom 7. Juni, 18.25 Uhr: Nach den schweren Vorwürfen gegen Rammstein-Frontmann Lindemann weiten sich die Konsequenzen für die Band weiter aus. Nun erklärte die Innensenatorin von Berlin, Iris Spranger, via Twitter: „In Berlin wird es in Liegenschaften, die ich verantworte, keine Aftershowpartys von Rammstein geben. Es gilt, die Ermittlungen abzuwarten, aber die Vorwürfe wiegen so schwer, dass Schutz und Sicherheit der Frauen absoluten Vorrang haben.“ Für Mitte Juli sind drei Konzerte der Band im Olympiastadion in Berlin geplant.

Bei den vier Konzerten in München, von denen am Mittwochabend das erste stattfindet, wird es aufgrund der Vorwürfe gegen Lindemann bei den Aftershow-Partys anscheinend Änderungen geben. Bislang lauten die Angaben zu den Plänen für Aftershow-Partys der vier München-Konzerte unterschiedlich. Es soll jedoch offenbar nur noch von einer Feier statt zweien die Rede sein. Zuvor gab es laut dpa-Informationen nach Rammstein-Konzerten meist eine große Party mit Fans und Band sowie eine kleinere nur mit Till Lindemann und einigen Frauen.

Die Band spricht, er schweigt: Rammstein hat sich zu den Vorwürfen gegen Frontsänger Till Lindemann geäußert.
In Berlin will Innensenatorin Spranger keine Aftershow-Partys von Rammstein-Frontmann Till Lindemann in ihren Liegenschaften erlauben. (Archivbild) © Vyacheslav Prokofyev/Imago

Rammstein-Vorwürfe: Lindemann löscht Instagram-Profil – nächster Partner trennt sich von Sänger

Update vom 7. Juni, 17.03 Uhr: Nachdem bereits Rossmann und der Verlag Kiepenheuer & Witsch die Zusammenarbeit beendet haben, distanziert sich nun auch die Poker-Plattform „GGPoker“ von Till Lindemann. „Die Entwicklungen der vergangenen Tage haben uns zutiefst erschüttert und schockiert. Die Zusammenarbeit mit Till Lindemann wurde Anfang des Jahres unter einem künstlerischen Aspekt für einen begrenzten Kampagnenzeitraum eingegangen, der mittlerweile abgelaufen ist und nicht verlängert wird“, teilte der Werbepartner in einem Statement mit, das der Fachzeitschrift Horizont vorliege.

Gegenüber der Bild sagte der Geschäftsführer Sven Stiel unter anderem: „Die im Raum stehenden Vorwürfe sind furchtbar und völlig unerträglich. Unsere uneingeschränkte Solidarität gilt allen Opfern.“ Erst im vergangenen April war eine große Kampagne mit dem 60-jährigen Rammstein-Frontmann gestartet worden.

Kein Merch bei Rammstein-Konzerten in München

Update vom 7. Juni, 15.40 Uhr: Rammstein-Fans, die sich mit neuesten Accessoires ihrer Band ausstatten wollten, gehen in München wohl leer aus. Wie die offizielle Instagram-Seite „RammsteinShop“ in einem Post verkündet, wird es aus „produktionstechnischen Gründen“ keinen Pop-up-Store mit Merchandise bei allen vier Konzerten in der bayerischen Hauptstadt geben. In den Kommentaren zeigen sich viele Fans enttäuscht, andere wiederum zweifeln an dem angegebenen Grund. „Jetzt glaube ich nicht, dass es aus produktionstechnischen Gründen ist, eher anderen Gründen, leider“, schreibt eine Nutzerin.

Anhängerinnen und Anhänger der Rock-Band planen unterdessen eine Solidaritätsaktion, wie aus einer Fangruppe auf Facebook hervorgeht. Demnach wollen sie am Ende des Konzerts in München am 7. Juni auf die Knie gehen.

Update vom 7. Juni, 13.10 Uhr: Das Thema rund um Rammstein und Frontsänger Lindemann erregt mediale Aufmerksamkeit. Der Youtuber Rezo, der unter anderem durch sein „CDU-Zerstörungsvideo“ in 2021 der breiten Masse bekannt wurde, reagierte nun auf die Vorwürfe gegen die Band und deren Frontsänger. In seinem rund 27-minütigen Youtube-Video geht er unter anderem auf die Hintergründe und die Recherchen der Süddeutschen Zeitung und des NDR ein. Darüber hinaus gibt er den groben Erfahrungsbericht von Youtube-Kollegin Kayla Shyx wieder, die im Jahr 2022 ein Rammstein-Konzert besucht habe.

Youtuber äußert sich zu Rammstein-Vorwürfen – „absolut verachtenswert“

Rezo fasst die Vorwürfe wie folgt zusammen: „Frauen werden zu normalen Partys eingeladen. Es werden dann Situationen geschaffen, aus denen man nicht so leicht wieder herauskommt. Es wird plötzlich gefordert, dass es zu sexuellen Handlungen kommen soll und teilweise sind die Frauen unter irgendwelchen Substanzen, sodass sie sich nicht mehr wehren können oder sogar bewusstlos sind.“

Würden solche Situationen bewusst und gezielt erzeugt werden, dann sei dies „absolut verachtenswert.“ Der 30-Jährige stellt auch klar: Es handelt sich hier um bloße Anschuldigungen. Die Geschichten hätten sich allerdings inzwischen in mehreren Erfahrungsberichten von Frauen gedeckt. Ihn selbst hätten auch Nachrichten von mutmaßlich Betroffenen erreicht. „Wie willst du solche ‚Übergriffe‘ beweisen? Das ist fast unmöglich“, so Rezo weiter.

Nachdem das Instagram-Profil von Till Lindemann inzwischen gelöscht wurde, sind nun auch bei dem Keyboarder Christian Lorenz alias Flake keine Beiträge mehr einsehbar.

Rammstein-Fall eskaliert weiter: Till Lindemann zieht erste Konsequenzen

Update vom 7. Juni, 10.40 Uhr: Aufgrund der schweren Vorwürfe von sexualisierter Gewalt und Machtmissbrauch gegen Till Lindemann, zieht der Rammstein-Sänger auf Social Media offenbar Konsequenzen. Das Instagram-Profil des 60-Jährigen ist gelöscht. Dort folgten ihm letztens rund 1,3 Millionen Menschen. Auf dem YouTube-Kanal der Band wurde zudem die Kommentarfunktion deaktiviert.

Seit Ende Mai ist Rammstein auf großer Stadiontour in Europa. In München stehen gleich vier Konzerte auf dem Plan, das erste findet am 7. Juni statt. Eine „Row zero“, der umstrittene Bereich direkt vor der Bühne, soll laut einem Sprecher des Veranstalters in München nicht eingerichtet werden. Auch Afterpartys würden gestrichen.

Schwere Vorwürfe gegen Till Lindemann: Rammstein trennt sich wohl von umstrittener „Casting-Direktorin“

Update vom 6. Juni, 17.57 Uhr: Die sogenannte „Casting-Direktorin“ der Band Rammstein, Alena Makeeva, ist offenbar von ihren Aufgaben entbunden worden. Laut übereinstimmenden Medienberichten von Welt und Bild wurde der Russin vom Management der Musiker mit sofortiger Wirkung verboten, sich bei deren Konzerten aufzuhalten. Ob diese Personalentscheidung in irgendeinem Zusammenhang mit den jüngsten Vorwürfen gegen Rammstein-Sänger Till Lindemann steht oder nicht, ist derzeit noch offen. Auch gegen Makeeva hatten einige Frauen schwere Anschuldigungen erhoben. Die Band bestreitet die Vorwürfe. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Nach Angaben des Spiegel agierte Makeeva seit knapp vier Jahren im Umfeld von Rammstein. Sie sei aber nicht von der Band bezahlt worden und habe sich selbst „Casting-Direktorin“ genannt.

Band Rammstein engagiert nach Lindemann-Vorwürfen Anwalt

Update vom 6. Juni, 16.51 Uhr: Die Band Rammstein hat laut dpa-Informationen nach dem Start der laufenden Tour in Vilnius (Litauen) eine Anwaltskanzlei eingeschaltet. Die Band will den Vorwürfen im Zusammenhang mit dem Umgang ihres Sängers Till Lindemann (60) mit Frauen selbst nachgehen. Ziel ist es demnach, die Sachlage aufzuklären. Dabei geht es etwa um den Einsatz von Drogen ohne Wissen der Beteiligten im Umfeld des Konzertes.

Mehrere Frauen erhoben in den vergangenen Tagen teils anonym Vorwürfe gegen Rammstein-Frontmann Lindemann. Die Frauen schildern Situationen, die sie teils als beängstigend empfunden hätten. Junge Frauen seien während Konzerten ausgewählt und gefragt worden, ob sie zur Aftershowparty kommen wollen. Dabei soll es nach Schilderungen einiger Frauen auch zu sexuellen Handlungen gekommen sein.

Ab Mittwoch sind vier Rammstein-Konzerte in München geplant. Dort wurden bereits einige Veränderungen angekündigt: So soll es die sogenannte Reihe null in München nicht geben und auch keine Aftershow-Partys. Außerdem habe das Management ein Awareness-Konzept angekündigt, Details dazu lagen noch nicht vor.

Schwere Vorwürfe gegen Rammstein-Sänger Lindemann – Ministerin schaltet sich ein

Erstmeldung vom 6. Juni, 14.32 Uhr: München/Berlin – Die Vorwürfe sind hart: Weibliche Fans, die für Sex rekrutiert werden, Missbrauch von Frauen in Umfeld von Rammstein-Konzerten. Im Zuge der Anschuldigungen gegen Till Lindemann, Frontmann der Band, hat sich nun auch Bundesfamilienministerin Lisa Paus (Grüne) eingeschaltet. Sie fordert mehr Schutz für Frauen bei Konzerten und „schnelle und konkrete“ Maßnahmen, wie etwa spezielle Schutzbereiche sowie den Einsatz von Awareness-Teams.

Rammstein-Frontmann Till Lindemann und Familienministerin Lisa Paus
Familienministerin Lisa Paus hat sich nach den Vorwürfen gegen Rammstein-Frontmann Till Lindemann geäußert und fordert mehr Sicherheit für Frauen bei Konzerten. (Symbolbild) © dpa/Kollage

Die Vorwürfe gegen den 60-jährigen Till Lindemann, Sänger der Rockband Rammstein, wiegen schwer. Nach wie vor gilt juristisch gesehen zwar die Unschuldsvermutung. Und Rammstein als Band bestreitet die Vorwürfe. Aber die Vielzahl der Anschuldigungen und Berichte ist erdrückend. Zuletzt schilderte in einem 37 Minuten langen, beklemmendem Video eine YouTuberin, was sie und andere Mädchen auf Rammstein-Afterpartys erlebten. Für viele stellt sich immer mehr die Frage, ob man Rammstein-Shows überhaupt noch besuchen sollte.

Jetzt hat sich der Causa Lindemann sogar die Bundesfamilienministerin Lisa Paus angenommen. Es müsse „schnell und konkret“ über Schutzmaßnahmen diskutiert werden, sagte sie gegenüber der Nachrichtenagentur AFP am Montag.

Gerade junge Menschen müssen hier vor Übergriffen besser geschützt werden.

Lisa Paus, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Paus fordert nach Rammstein-Skandal besseren Schutz von Frauen auf Konzerten

Paus forderte Änderungen im Konzertbetrieb, wie etwa Schutzbereiche für Frauen bei Konzerten sowie das Einrichten spezieller Awareness-Teams, die als Ansprechpartner beim Verdacht auf sexuelle Übergriffe bereitstehen: „Gerade junge Menschen müssen hier vor Übergriffen besser geschützt werden“.

Eine ernsthafte Debatte über die Verantwortung von Künstlern und Veranstaltern gegenüber ihren Fans ist sinnvoll.

Lisa Paus, Bundesfamilienministerin

Rammstein-Skandal: Ministerin will Künstler mit „Bündnis gegen Sexismus“ in Verantwortung nehmen

Die Bundesfamilienministerin betonte gegenüber AFP: „Eine ernsthafte Debatte über die Verantwortung von Künstlern und Veranstaltern gegenüber ihren Fans ist sinnvoll.“ Paus lud die Musikbranche ein, dem „Bündnis gegen Sexismus“ beizutreten, das sich, wie sie erklärte, „jeder Art von Sexismus und sexueller Belästigung entgegenstellt“.

Paus fordert Abschaffung des Groupie-Rekrutierungssystems „Row Zero“ nach Rammstein-Vorwürfen

Die 54-Jährige forderte entschieden die Abschaffung des sogenannten „Row Zero“-Systems. In München schlossen sich dieser Forderung anlässlich der jüngsten Rammstein-Vorwürfe drei Stadtratsfraktionen an. Sie stellten einen Antrag, der die Sicherheit für Konzertbesucherinnen erhöhen soll. Der Antrag sieht unter anderem eine Prüfung vor, ob die „Row Zero“ künftig aus Sicherheitsgründen verboten werden kann. 

Das dürfte nicht mehr nötig sein. Wie unter anderem die Süddeutsche Zeitung berichtet, hat der Veranstalter, die Propeller Music & Event GmbH, nach Beratungen am Wochenende wohl beschlossen, dass es bei den Konzerten in München weder eine „Row Zero“ noch Afterpartys geben wird. Damit kam das Unternehmen potenziellen behördlichen Auflagen zuvor.

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