Schloss Gottorf
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Das Schloss Gottorf.

Schau zeigt Restaurierung des Tobsdorfer Chorgestühls

Von Freitag an wird im Lapidarium von Schloss Gottorf in einer interaktiven Ausstellung ein Blick hinter die Kulissen eines besonderen Forschungs- und Restaurierungsprojekts geboten. Mit der Schau „Wie Phönix aus der Asche - Die Restaurierung des Tobsdorfer Chorgestühls“ rücken erstmals die Themen Kunsttechnologie und Restaurierung auf der Schlossinsel in den Fokus, teilte die Stiftung Schleswig-Holsteinischer Landesmuseen am Dienstag mit.

Schleswig - Das Chorgestühl ist demnach ein wertvoller Kunstfund, der vollkommen unscheinbar auf dem Dachboden einer Kirche im rumänischen Siebenbürgen lag. Hier wurde er 2006 auf einer Exkursion von Studierenden des Studiengangs Konservierung und Restaurierung von Möbeln und Holzobjekten der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst Hildesheim (HAWK) entdeckt.

Der spektakuläre Fund erschien zunächst als unrestaurierbar: Aufgrund des ausgeprägten Holzschädlings- und Schimmelbefalls sowie der massiven Feuchtigkeitsschäden habe die Holzsubstanz stellenweise einem Schwamm geglichen und sei bei bloßem Kontakt zerfallen, teilte die Stiftung weiter mit. Bei der Restaurierung des Sakralmöbels wurden dabei modernste Techniken und Methoden angewandt: Angefangen von der giftfreien Schädlingsbekämpfung im Stickstoffzelt, der Beurteilung der Holzfestigungsmaßnahmen im Krankenhaus mit Hilfe von CT-Aufnahmen bis hin zur Herstellung von Holzergänzungen mittels Digitaldrucken auf Holz. Seit 2019 steht das Tobsdorfer Chorgestühl demnach nach zehn Jahren umfangreicher Arbeit wieder in Siebenbürgen.

Den Restaurierungsprozess und die Herausforderungen, die dieser mit sich brachte, hat die HAWK in einer Wanderausstellung dokumentiert, die jetzt nach Schleswig kommt und bis zum 6. Februar zu sehen ist. Anhand von verschiedenen Rekonstruktionen können die Museumsbesucherinnen und -besucher demnach die historischen Werktechniken und Materialbeschaffenheiten kennenlernen. Darüber hinaus vermitteln mehrere Hands-On-Stationen haptische Eindrücke. Ergänzt wird die Ausstellung mit vier didaktischen Kurzfilmen. dpa

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