Das A-Team: Wenn Panzer fliegen

Das berühmt-berüchtigte „A-Team“ kommt jetzt auch auf die Kinoleinwand. Ob die vier Helden nur im Fernsehen begeistern, oder auch als Film überzeugen, lesen Sie in der Filmkritik.

Nun ist gegen Sinnfreiheit im Film nicht grundsätzlich etwas einzuwenden. Einige der schönsten Leinwandklassiker sind unbeschwert von Logik oder tieferer Bedeutung – außer jener, den Zuschauer gut zu unterhalten. Wenn also jetzt die Filmversion der berühmt-berüchtigten Action-Fernsehserie „Das A-Team“ in die Kinos kommt, erwartet man keinen philosophischen Ansatz und auch keine innovative Art des Erzählens. Tragischerweise wäre Regisseur Joe Carnahan aber durchaus in der Lage, so etwas in einen Film einzubringen. Dass er es teilweise beim „A-Team“ versucht, ist mit für die Probleme verantwortlich, die dieser Film auch einem wohlgesonnenen Zuschauer bereiten dürfte.

In den 80er-Jahren war die TV-Serie um Vietnam-Veteranen, die auf eigene Faust zu Unrecht Verfolgten des Systems helfen, purer Eskapismus. Gerade die furchtlose Konsequenz, diese skurrilen Märchengeschichten ohne Rücksicht auf Naturgesetze oder gesunden Menschenverstand zu erzählen, verlieh diesem Projekt seinen Charme. Die vier Protagonisten waren im Grunde Comic-Figuren. Alle drei Minuten explodierte irgendetwas, und wenn sich eine Geschichte in totaler Konfusion verlor, was schon mal vorkommen konnte, wurde das augenzwinkernd ignoriert. Stattdessen wurde dann schnell ein Hubschrauber abgeschossen oder sonstiger Unfug getrieben. Völliger Blödsinn einerseits, andererseits unwiderstehlich durch die gewollte Abwesenheit von Sinn und Verstand. Dieser kurze Exkurs in die TV-Geschichte ist notwendig, um das Dilemma des Films zu offenbaren: Es fehlt ihm schlicht die nötige Ironie. Natürlich gibt es absurde Sequenzen, die absichtlich dem Unsinn frönen. Beispielsweise, wenn das A-Team in einem Panzer aus dem Flugzeug fällt, das Gerät dann mit Hilfe gezielter Kanonen- schüsse lenkt und halbwegs sanft landet. Und es gibt ein paar hingeknurrte Einzeiler, die den Kinobesuch fast schon wieder lohnen, etwa wenn Liam Neeson einmal anmerkt: „Overkill is underrated“, was man beim besten Willen nicht so lustig übersetzen kann, wie es im Englischen ist.

Aber meist wird ein halbwegs realistischer Actionfilm simuliert, und den gibt der Stoff bei aller Liebe nicht her. Die Anspielungen auf aktuelle politische Ereignisse wirken eher befremdlich und nehmen dem Film seinen Schwung, den er nach dem vielversprechenden Intro hat. Da tröstet es auch nicht, dass die Hauptdarsteller ihre Sache angesichts der eher widrigen Umstände gut machen und sich einige hübsche Momente ertrotzen. Es bleibt eine halbgare Angelegenheit, die man sich ansehen kann, wenn man sonst gar nichts anderes zu tun hat.

Zoran Gojic

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