Abenteuer in Venedig

- Vor wenigen Monaten wurde Cornelia Funke vom amerikanischen Time-Magazin als einflussreichste Deutsche überhaupt eingestuft. Angesichts dieser Tatsache verwundert es schon ein wenig, wenn die meisten Menschen hierzulande zwar wissen, wer Joanne K. Rowling ist, von Büchern wie "Tintenherz" oder "Tintenblut" aber noch nie etwas gehört geschweige denn gelesen haben.

Da erscheint es nur folgerichtig, dass Funkes Jugendbücher jetzt in Hollywood verfilmt werden. Fantasy, Mythen und Märchen sind derzeit mehr als gefragt in den USA, und Cornelia Funkes uvre bietet üppigen Fundus. Dabei erscheint "Herr der Diebe" in der Romanvorlage wie nun als Spielfilm noch deutlich der Realität verpflichtet.

Die Handlung spielt im Venedig von heute, und die guten wie auch die bösen Erwachsenen kommen genau so vor im Alltag jedes Kindes. Auch der Rest der Geschichte ist zwar kindgerecht aufbereitet, aber anfangs doch recht drastisch: Die Waisenkinder Bo (Jasper Harris) und Prosper (Aaron Johnson) sollen getrennt werden.

Die garstige reiche Tante Esther (Carol Boyd) will nur den niedlichen kleinen Bo aufziehen. Das wollen sich die verzweifelten Brüder nicht bieten lassen und entwischen der Tante auf einer Reise nach Venedig. Sie begegnen dem jugendlichen Scipio (Rollo Weeks) und seiner Kinderbande, die sich mit Diebstählen über Wasser hält.

"Herr der Diebe" bietet eine wohl dosierte Mischung aus märchenhaften Abenteuern, Spannung und der leicht philosophisch anmutenden Moral über die Bedeutung von Freundschaft und Kindheit. Das kommt bei Kleinen ab etwa acht Jahren gut an, besonders wenn es so eingängig und zugleich liebenswert präsentiert wird wie in der flotten, amüsanten Inszenierung von Richard Claus.

"Herr der Diebe"

Aaron Johnson, Jasper Harris

Regie: Richard Claus

Sehenswert

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