Aber der Papa stirbt einfach nicht

- Nete kann alles: Sie verdient das Geld für ihre Familie, managt Mann - einen Schriftsteller, dem der Mut zum Publizieren fehlt und der stattdessen Literaturkurse an der Uni gibt -, Tochter, ein Teenager im schlimmsten Alter, und ihren verantwortungsvollen Job auf dem Sozialamt quasi spielend leicht. Eine starke, emanzipierte Frau - vielleicht ist sie nur manchmal etwas zu sehr ein "Kontrollfreak", der nicht loslassen kann. Aber immer sympathisch.

<P>Doch eines Tages gerät alles aus dem wohl organisierten Gleichgewicht. Ihr Vater wird sterbenskrank, und Nete besteht darauf, dass er die wenigen Wochen, die ihm noch bleiben, bei ihr zu Hause verbringt. Das Vater-Tochter-Verhältnis war nie einfach, aber einem Sterbenden zuliebe macht man gern Kompromisse. Der Vater stirbt allerdings nicht. Der von den Ärzten angesetzte Termin verstreicht, ihm geht es besser und besser, doch in Netes Familie eskaliert die Situation. Die Tochter und vor allem Mann Kristian rebellieren gegen Netes bislang unumstrittenes Regiment. Und dann ist da noch Netes schwuler Bruder, der, wenn es nach ihr ginge, sich endlich mit dem Vater versöhnen sollte.</P><P>Wieder einmal ein Familienstück aus Dänemark. Jesper W. Nielsens "Okay" ist zwar kein "Dogma"-Film, die Story atmet aber ganz den Geist von Filmen wie "Mifune", "Kira" und "Open Hearts": Das große Drama im Alltäglichen, diesmal mit viel Humor und leiser Ironie als bittersüße Komödie inszeniert. Es macht auch einiges Vergnügen, die schwungvolle Hauptdarstellerin Paprika Steen in der Hauptrolle zu beobachten. Überdies erzählt "Okay" klug von familiären Machtverschiebungen, bürgerlichem Leben und handelt unkonventionell und frisch vom Tod. Einzig störend ist das versteckt altväterliche Fazit: Die "starke" Frau Nete wird zurechtgestutzt, der "schwache" Mann auf seine traditionelle Rolle verwiesen.</P><P>So gesehen hat "Okay" genau die Stärken, die auch klassische Hollywood-Komödien seit jeher auszeichnen: geistreich, pragmatisch und etwas brav.</P><P>(In München: Isabella.)</P><P>"Okay"<BR>mit Paprika Steen, Troels Lyby, <BR>Ole Ernst <BR>Regie: Jesper W. Nielsen<BR>Sehenswert </P>

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