Kinotrailer und Filmkritik

Beeindruckende Darsteller in „Die abhandene Welt“

In „Die abhandene Welt“ beeindrucken die Hauptdarsteller Katja Riemann, Matthias Habich und Barbara Sukowa. Hier sehen Sie den Kinotrailer zum Drama von Margarethe von Trotta.

Dieses Zusammenspiel ist einfach richtig gut. Matthias Habich glänzt, wie er immer glänzt. Seit einiger Zeit mimt der 75-Jährige vornehmlich den alten, oftmals leicht verwirrten Herrn mit Zipperlein. So auch in Margarethe von Trottas „Die abhandene Welt“. Er tut das an der Seite einer ebenso in ihrer Rolle aufgehenden Katja Riemann. Er der Vater, sie die Tochter. Beide unstet. Er als Witwer, verfolgt von Träumen an seine verstorbene Ehefrau; sie in allen Lebensbereichen, von den Männern bis zum Job.

Die Welt ist ihnen irgendwie abhanden gekommen. Wir erleben dieses sich so vertraute und dann doch wieder einander überhaupt nicht kennende Vater-Tochter-Gespann bei einer Reise in die Vergangenheit. Ein Foto, gesehen im Internet, löst alles aus: Sieht die Frau, die da in einem Artikel als Opern-Star gefeiert wird, nicht haargenau so aus wie Pauls (Habich) verstorbene Frau, Sophies (Riemann) Mutter? Der immer verunsicherter werdende Vater also fordert: Diese Fabiana (Barbara Sukowa) muss in New York aufgespürt werden. Es beginnt eine Detektiv-Geschichte, in der Riemann hinreißend das Spürnäschen spielt. Puzzle-Teil für Puzzle-Teil eines verworrenen Familiengeheimnisses fügt sie zusammen.

Das ist komisch, traurig, anrührend und vor allem – durch und durch authentisch. Mit einem rosaroten Ende zwar, das aber genau so stehen darf. Als Signal, dass die belohnt werden, die sich ihrer Vergangenheit stellen.

von Katja Kraft

„Die abhandene Welt“

mit Katja Riemann

Regie: Margarethe von Trotta

Laufzeit: 101 Minuten

Rubriklistenbild: © Jan Betke/Concorde Filmverleih/dpa

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