Action-Komödie: Freundschaft im Kugelhagel

- Zwei Männer, möglichst gegensätzliche Typen, raufen sich zusammen und gehen durch dick und dünn. Hollywood hat dieses Grundmuster viele Male variiert - und damit spannende und witzige Kumpel-Filme ("Buddy Movies") beschert. Die Actionkomödie "National Security" ist ein weiteres Déjà-vu-Erlebnis mit einem Duo, Explosionen und Klamauk.

<P></P><P>Der weiße Polizist Hank Rafferty (Steve Zahn) wird bei einer Routinekontrolle vom farbigen Earl (Martin Lawrence) als Nazi beschimpft. Das lässt Hank nicht auf sich sitzen und verhaftet den Maulhelden. Bei der Festnahme fuchtelt er wegen einer Biene hektisch mit dem Schlagstock herum. Ein aus ungünstigem Winkel aufgenommenes Amateurvideo beendet Hanks Polizeikarriere: Es erweckt den Anschein, er würde den Schwarzen misshandeln. Hank wird zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Danach heuert er beim Sicherheitsdienst "National Security" an, wo ausgerechnet Earl sein Partner wird. Die beiden Feinde stoßen auf einen Schmugglerring - und werden im Kugelhagel Freunde.</P><P>Natürlich ist die Handlung hanebüchen und das Ende keineswegs überraschend. Am besten ist der Film anfangs, wenn Regisseur Dennis Dugan mit dem Kontrast von Melodram-Elementen und Slapstick spielt. Besonders respektlos: Die Amateurfilm-Episode persifliert den Fall Rodney Kings, dessen Misshandlung durch weiße Polizisten in Los Angeles 1992 Krawalle auslöste. Diese politische Unkorrektheit ist von grotesker Komik.</P><P>Doch dann verflacht die Provokation zum Running-Gag. Und das Kumpel-Duo? Martin Lawrence, einer der populärsten Komiker in den USA, gibt eine überdrehte Variante von Eddie Murphy. Das ginge schnell auf die Nerven, wäre da nicht Steve Zahn an seiner Seite: Wie er als Hank mit sauertöpfischem Gesicht Schicksalsschläge erträgt, ist einfach witzig. Sein komödiantisches Können rettet den Film. (In München: Marmorhaus, Karlstor, Autokino.)</P><P>"National Security"<BR>mit Martin Lawrence, Steve Zahn<BR>Regie: Dennis Dugan<BR>Annehmbar <BR></P>

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