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Als Vertreter der britischen Krone kommen Lord Mountbatten (Hugh Bonneville) und seine Frau Edwina (Gillian Anderson) 1947 nach Delhi, um die Kronkolonie nach zwei Jahrhunderten britischer Herrschaft in die Unabhängigkeit zu entlassen.

Interview Gillian Anderson zum Kinostart

Agentin Scully in Indien

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Berühmt wurde Gillian Anderson als FBI-Agentin Dana Scully in der erfolgreichen Mystery-Fernsehserie „Akte X“. Jetzt kehrt sie mit dem Drama „Der Stern von Indien“ auf die Leinwand zurück. Wir trafen die 48-Jährige zum Gespräch.

Berlin – Nach dem vorläufigen Ende von „Akte X“ im Jahr 2002 machte sich die US-Schauspielerin lange Zeit rar, trat nur in ausgewählten Filmen wie „New York für Anfänger“ und „Der letzte König von Schottland“ auf, zog nach London, spielte dort häufig Theater, schrieb eine Romantrilogie sowie ein feministisches Manifest und engagierte sich für eine Vielzahl wohltätiger Zwecke. Morgen ist Gillian Anderson in dem Historiendrama „Der Stern von Indien“ im Kino zu erleben.

Man hört, Sie hätten sich bei einer Aufführung von „Endstation Sehnsucht“ auf der Bühne das Knie aufgeschlitzt. Wie haben Sie denn das angestellt?

Gillian Anderson: Ich habe mich auf einen zerbrochenen Teller hingekniet. Es gab eine große blutige Sauerei, war aber alles halb so wild. Mein Bein ist noch dran. Und schon am übernächsten Abend stand ich wieder auf der Bühne. Die Show muss schließlich weitergehen! Und ich habe jetzt eine  schicke, etwa acht Zentimeter lange Narbe. Die macht ordentlich was her, wenn ich sie auf einer Party zeige.

Wie wählen Sie Ihre Projekte aus? Nach der Thematik?

Gillian Anderson: Nein, gar nicht. Viele Leute denken, ich würde mich für übersinnliche Phänomene interessieren, weil ich in „Akte X“ gespielt habe. Dabei bin ich überhaupt kein Mystery-, Krimi- oder Science-Fiction-Fan. Ich nehme eine Rolle grundsätzlich nur an, wenn ich die jeweilige Figur so interessant und ungewöhnlich finde, dass ich gerne Zeit mit ihr verbringen möchte.

Spielen Sie lieber Figuren, die Ihnen ähnlich sind?

Gillian Anderson: Nein, reizvoller finde ich es, einen Charakter zu erforschen, der mir auf den ersten Blick fremd ist. Man entdeckt ja dann doch immer gewisse Gemeinsamkeiten. Die labile Blanche DuBois aus „Endstation Sehnsucht“ ist zum Glück so ziemlich das Gegenteil von mir, aber mit manchen ihrer düsteren Facetten konnte ich mich sehr gut identifizieren – zum Beispiel mit ihrem Hang zur Selbstzerstörung.

Und was hat Sie an Lady Edwina in „Der Stern von Indien“ gereizt?

Gillian Anderson: Sie war mir sofort sympathisch. Und je mehr ich über sie las, desto mehr wuchs mein Respekt. Sie hat in jungen Jahren sehr wild und frei gelebt, sich aber mit dem Zweiten Weltkrieg radikal gewandelt, um sich dann völlig ihrer Verantwortung für Indien zu widmen. Ihr leidenschaftliches Engagement, ihr politisches Gespür, ihr Kampf für Frauenrechte – all das hat mir schwer imponiert. Ich habe mich richtig in sie verliebt.

Wie viel wussten Sie vor dem Film über die indische Geschichte?

Gillian Anderson: So gut wie nichts. Deshalb hat mich das Drehbuch auch so fasziniert. Ich war schockiert, als ich erfahren musste, dass die Ereignisse, von denen unser Film erzählt, eine ganze Generation in Indien geprägt und etwa dazu geführt haben, dass rund 17 Millionen Menschen aus ihrer Heimat vertrieben wurden – eine der größten Fluchtbewegungen der gesamten Menschheitsgeschichte.

Sehen Sie Parallelen zu heute?

Gillian Anderson: Selbstverständlich. Im Film geht es ja um die moralische Verantwortung gegenüber seinen Mitmenschen – ein hochaktuelles Thema angesichts der Millionen von Leuten, die auf der ganzen Welt vor brutaler Gewalt in ihrer Heimat fliehen. Da fragt man sich schon, wie es mit unserer Hilfsbereitschaft in Bezug auf Flüchtlinge aussieht.

Könnten Sie sich vorstellen, selbst einen Flüchtling in Ihrem Haus aufzunehmen, um mit gutem Beispiel voranzugehen?

Gillian Anderson: Ja, ich habe schon konkret mit dem Gedanken gespielt. Meine Freundin Jennifer Nadel, die Koautorin unseres Buches „Wir – Ein Manifest für Frauen, die mehr vom Leben wollen“, hat bereits Flüchtlinge beherbergt. Ich selbst wohne mit meiner 22-jährigen Tochter und meinen zehn und acht Jahre alten Söhnen zusammen, und die drei wären ja unmittelbar von meiner Entscheidung betroffen. Deshalb habe ich gemeinsam mit meiner Tochter überlegt, wo wir bei uns Raum schaffen könnten.

Lernen Sie durch die Schauspielerei etwas fürs Leben?

Gillian Anderson: Das hoffe ich. Allerdings habe ich ein Gedächtnis wie ein Sieb – die meisten Dinge vergesse ich sofort wieder. Insofern ist der Erkenntnisgewinn möglicherweise bei mir oft nur kurzfristig. Aber ich versuche es tapfer weiter mit meiner Herzensbildung.

Wann und wie wurde Ihr Berufswunsch geweckt?

Gillian Anderson: In meiner Jugend in Michigan. Ich fühlte mich ständig als Außenseiterin, ging ungern zur Schule, gehörte nirgends dazu. Doch dann durfte ich bei einer Theateraufführung mitspielen – und plötzlich war ich glücklich und selbstsicher und am richtigen Ort. Es kam mir vor, als hätte jemand ein Licht in mir entzündet. Und das ist zum Glück bis heute nicht erloschen.

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