Albtraum Essen

"Fast Food Nation": - Marketingchef Don Henderson (Greg Kinnear) ist fassungslos: In den Burgern seiner Fast-Food-Kette "Mickey's" wird Gammelfleisch verarbeitet. Als er es erfährt, versucht Don herauszufinden, wie das möglich war. Es wird eine Reise in die schwärzesten Albträume Amerikas. Denn je länger Don nachforscht, desto klarer wird ihm, dass nicht die Bakterien im Fleisch der Burger das Problem sind, sondern die gesamte Nahrungsindustrie.

Essen ist eine Ware wie andere auch. Und ob das für den Konsumenten gut ist oder nicht ­- wen interessiert das schon, solange der Profit stimmt. Richard Linklater besinnt sich in seiner boshaften Satire wieder seiner Anfänge als Independent-Störenfried und läuft dabei zu großer Form auf. Die gekonnte Melange aus frei Erfundenem und authentischem Flair verleiht "Fast Food Nation" eine brisante Relevanz, die man bei amerikanischen Komödien in letzter Zeit ein wenig vermisst hat. Linklater ist dabei -­ nicht zum ersten Mal -­ wohl wieder ein Trendsetter.

Hollywoodgrößen wie Bruce Willis, Ethan Hawke oder Kris Kristofferson haben das Potenzial erkannt und wirken mit erkennbarer Freude in Gastauftritten mit. So wird "Fast Food Nation" ein ebenso kurzweiliger wie giftiger Seitenhieb auf eine völlig desorientierte Wohlstandsgesellschaft.

Linklater macht es sich dabei keineswegs zu leicht, sondern schießt auch gegen die Opfer der industriellen Verköstigung: den Verbraucher. Denn was der isst, kann er ja immer noch selber entscheiden. (Ab morgen in München: Atelier, Arena.)

"Fast Food Nation"

mit Greg Kinnear, Ethan Hawke

Regie: Richard Linklater

Sehenswert ****

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