Alles ins Lot bringen

- Mit "Miami Vice" kehrt Regisseur Michael Mann (1943 geboren), der unter anderem "Heat", "Ali" oder "Collateral" drehte, in gewisser Weise zu seinen Ursprüngen zurück. Als ausführender Produzent war er 1984 mit für die weltweit erfolgreiche Fernsehkrimi-Serie gleichen Titels verantwortlich.

Nun, nach 20 Jahren, und dem legendären Duo Don Johnson/ Philip Michael Thomas spielt Colin Farrell die Rolle des feschen Sonny Crockett und Jamie Foxx seinen Parnter Rico Tubbs. Der Spielfilm läuft ab Donnerstag in unseren Kinos.

Warum noch einmal "Miami Vice"?

Michael Mann: Es hat mich ungemein gereizt, die Figuren, die ja wirklich legendär sind, noch einmal zu untersuchen, allerdings in einem neuen Licht. Die Serie entsprach dem Zeitgeist der 1980er-Jahre. Unser Film spiegelt die Gegenwart, wir zeigen die Härte unserer Zeit.

Harte Filme sind Ihre Spezialität. Was fasziniert Sie so am Bösen?

Mann: Wo das Böse regiert, verliert jeder einzelne Mensch seine Identität, gerät die Welt aus den Fugen. Die Frage, die dann reizt, ist die: Wie kann wieder alles ins Lot gebracht werden? Den Antworten nachzuspüren, das fasziniert mich viel mehr als das Böse. Das ist sowieso bei genauem Hinsehen meist total banal.

Es sieht so aus, als hätte Sie die Form des Films mehr interessiert als der Inhalt?

Mann: Jede Geschichte braucht ihre eigene Form. Nur dann funktioniert sie im Kino. Also arbeite ich sehr genau an der Gestaltung. Ohne gute Verpackung nutzt die beste Geschichte nichts, weil dann nämlich keiner hinschaut und niemand zuhört. Aber auch in diesem Fall hat vor allem die Realität, die wir überhöht abbilden, die Form bestimmt: Es ist doch so, dass heutzutage alle Gangster wie Banker aussehen, die Welt der Verbrecher sich an den Mustern der bürgerlichen Geschäftswelt orientiert. Wie fließend die Grenzen sind, wollte ich zeigen. Da ist die Form, die wir entwickelt haben, genau die richtige.

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