Das alte Spiel imitiert

- Aus zwei Gründen ging Paul Verhoevens "Basic Instinct" 1992 in die Filmgeschichte ein. Der eine heißt Sharon Stone. Ihr Talent kombiniert mit dieser Hauptrolle verwandelte sie von einer nicht sonderlich beachteten B-Darstellerin in einen Weltstar. Der zweite Grund war der Skandal.

Nacktheit, Brutalität, die hysterischen Reaktionen des puritanischen Amerika ebneten "Basic Instinct" den Erfolg und verstellten den Blick darauf, dass dies nicht nur ein greller, sondern ein guter Thriller war, der mit Hitchcock-Motiven und den Reaktionen spielte, die er hervorrief - eine originelle Umkehrung der Gewaltverhältnisse zwischen Mann und Frau, die ihn als triebgesteuerten Trottel, sie als kühle Rationalistin darstellte.

Der Reiz lag auch darin, dass nicht irgendeiner, sondern Michael Douglas zum Würstchen degradiert wurde, und dass die Masche der Femme fatale, die man aus dem Kino der 40er-Jahre kennt, auch in der Postmoderne immer noch (oder wieder?) funktionierte.

14 Jahre später kann sich das gar nicht wiederholen, die Zeit ist schließlich nicht stehen geblieben. Trotzdem imitiert "Basic Instinct 2 - Neues Spiel für Catherine Tramell" einfach das alte Muster. Im Zentrum steht das Katz-und-Maus-Spiel zwischen einem Gerichtspsychologen (David Morissey: nett, aber kein Michael Douglas), der mit der Aufklärung eines Mordes beauftragt wird, und der Hauptverdächtigen, der Schriftstellerin Catherine Tramell (Sharon Stone), die ihn sofort erotisch fasziniert. Das Drehbuch ist geradlinig, dialoglastig und actionarm, durchaus im guten Sinn. Der größte Teil der in London angesiedelten Handlung geschieht in düsteren Innenräumen, oft ist es Abend oder Nacht, und man könnte sich alles wunderbar in den Händen eines guten Regisseurs der 40er- oder auch frühen 50er-Jahre vorstellen.

Für solche Nostalgien aber fehlt Regisseur Michael Caton-Jones aller Sinn, ebenso für Überraschungen, für das Uneindeutige. Es bleibt allein Sharon Stone. Sie hat, jenseits der banalen Frage, "ob man mit über 40 noch attraktiv sein kann", nach wie vor das Charisma, das den wahren Star auszeichnet: Verletzlich, aber stark macht sie "Basic Instinct 2" ganz zu ihrem Film.

Die Rolle der Catherine Tramell ist ihr Schicksal: Durch sie wurde Stone zum Star, sie hält Stone aber auch auf ewig gefangen. Und während man sich freut, dass sie wieder da ist, denkt man zugleich traurig darüber nach, was aus ihr, mit etwas mehr Glück noch alles hätte werden können.

"Basic Instinct 2"

mit Sharon Stone, David Morissey

Regie: Michael Caton-Jones

Annehmbar

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