Per Bus in die Altstadt

- "Rom ist eine Schale voller Haferflocken mit Milch, die über den Tisch verschüttet ist." Plastischer und, wie sich im Verlaufe des Films zeigen wird, treffender als mit diesem Zitat hätte Ettore Scola seinen Film nicht erklären können. Ein Durcheinander, zufällig zusammengewürfelt und wild gemischt, so präsentiert sich die Ewige Stadt dem Besucher.

<P>Im Morgengrauen beginnt Scola seinen semidokumentarischen Streifzug durch Rom. Ein Ehepaar beginnt den Tag: Sie schmiert ihm Stullen fürs Büro, er fährt kurz darauf mit den Bus zur Arbeit. Immer mehr Menschen steigen in diesen Bus ein. Mit grauen Gesichtern, mit müdem Lächeln oder mit grimmigem Blick. Irgendwann steigen sie wieder aus.<BR><BR>Ihre Spuren verfolgt die Kamera, allmählich entsteht ein Mosaik der Stadt. Da gibt es die hübsche Busfahrerin, den alten Mann, der in einem Restaurant die Kellner drangsaliert, den fremdenfeindlichen Barkeeper oder den Autoscheibenwäscher, der mit viel Leidenschaft um Kunden kämpft. Wie sich der Bus aus den Randbezirken seinen Weg durch den dichter werdenden Verkehr in die Altstadt bahnt, verdichtet sich das Rom-Bild, das Scola uns kunstvoll geschichtet und nur auf den ersten Blick beiläufig präsentiert.<BR><BR>Ein Film über Rom muss sich immer an seinem genialen Vorgänger "Roma" von Fellini messen lassen. War Fellinis Rom 1971 noch eine Mischung aus Traum und Wirklichkeit, in der sich Fresken bei Ausgrabungsarbeiten ins Nichts auflösen und über allem der unerklärliche Zauber der Stadt schwebt, ist "Gente di Roma" sehr naturalistisch. Scola bildet, der Titel besagt es, ausschließlich die Menschen ab, die in dieser Stadt leben dürfen oder müssen. Daher ist sein kluger Film wie gewohnt sozialkritisch, witzig, sarkastisch oder anrührend, vor allem aber eines: voller tiefer Liebe zur Stadt und seinen skurrilen Bewohnern. </P><P>(In München: Theatiner i.O.)<BR><BR>"Gente di Roma"<BR>Regie: Ettore Scola<BR>Sehenswert </P><P> </P><P> </P>

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