"Amazonia 3D": Abenteuer im Regenwald

Im Herzen des Regenwalds: „Amazonia“ dokumentiert in 3D das tierische Leben im Urwald.

Mehr Kindchenschema geht nicht. Mit ihren großen Augen im herzförmigen, faustgroßen Gesicht und dem flauschigen Fell gleichen Kapuzineräffchen lebendig gewordenen Kuscheltieren. Und sind deshalb die perfekten Protagonisten für einen Film, der darauf aufmerksam machen möchte, wie wichtig es ist, Regenwälder wie das Amazonasbecken in Südamerika zu schützen; den Lebensraum für Millionen kleiner und großer Bewohner.

Das Kapuzineräffchen, das wir in Thierry Ragoberts Dokumentation „Amazonia“ begleiten, ist indes – und das ist der Clou – selbst nicht im Amazonas aufgewachsen. Saï war ein Spielzeug für Stadtkinder, ist aber durch einen Flugzeugabsturz im Regenwald gelandet. Und so erscheint ihm dieses viele Millionen Quadratkilometer große Gewirr aus Riesenbäumen, Blätterhaufen, Sumpflöchern und Erdhügeln wie eine unübersichtliche, geheimnisvolle Welt. Mit seinen neugierigen Augen dürfen wir sie in großartigen 3D-Bildern erkunden. 30 Monate haben die Filmemacher im Herzen des Regenwaldes gedreht, mit 2,5 Millionen Statisten: krabbelnde, schwimmende, kletternde, fauchende – da fällt der kleine Saï schon mal vor Schreck in einen Laubhaufen, schmatzt halluzinogene Pilze und kommt einer Anakonda gefährlich nah.

Doch am Ende des Films lernen wir, wer trotz Schlangen, Jaguar und Harpyie der größte Feind dieser in eindrucksvollen Bildern eingefangenen grünen Lunge ist: der Mensch, der sie durch Rodungen nach und nach zerstört. (In München: Mathäser, City, Rio, Kino Solln, Cinema OV.)

Katja Kraft

Rubriklistenbild: © snacktv

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