Amerikanerin mit Exotik

- Als Gegenspielerin von James Bond mit dem schillernden Namen Xenia Onatopp wurde Famke Janssen 1995 in "GoldenEye" schlagartig berühmt - bis heute eine der besten Schurkinnen der 007-Reihe. Dies war das Kino-Debüt des 1965 geborenen, niederländischen Models. Seitdem lebt Janssen in den USA und spielte Hauptrollen in einer ganzen Reihe bemerkenswerter Filme, unter anderem von Robert Altman, Woody Allen und Roberto Rodriguez. Ab morgen ist sie in der Spionage-Komödie "I Spy" von Betty Thomas zu sehen.

<P>"I Spy" belegt: Sie haben ein Faible für Ironie und zwielichtige Figuren. <BR><BR>Janssen: Ja, bis zum Ende ist meine Figur recht schillernd. Man weiß nicht, was man von ihr halten soll, wo sie steht. Der Film hat viel Spaß gemacht. Ich musste sehr, sehr schnell sein, um mit einem Komiker wie Eddie Murphy mitzuhalten. Sein Verstand arbeitet rasant. Es war richtig einschüchternd. <BR><BR>Haben Sie es als Europäerin in Hollywood besonders schwer? <BR><BR>Janssen: Ich kann das kaum vergleichen. Ich weiß ja nicht, wie es ist, Amerikanerin in Hollywood zu sein. Andererseits bin ich nicht sicher, ob man mich dort noch wirklich als Europäerin sieht. Ich habe mich ins System integriert, bin eine Amerikanerin mit Exotik.<BR><BR>Sie haben ein spezielles Image: Sie sind weder das typische "bad girl", noch die Gute, sie sind fast "zu" groß gewachsen, spielen "sonderbare" Frauen, strahlen nicht zuletzt Stärke und Intelligenz aus - manchmal geradezu bedrohlich . . . <BR><BR>Janssen (lacht): Ich hoffe nicht. Ich habe früher viel über so etwas nachgedacht, mit dem Ergebnis, dass ich kein bestimmtes Image haben möchte. Ich will natürlich Karriere machen, aber ich tue das mit großen Filmen ebenso wie mit Independent-Produktionen. Mein Ziel ist, für möglichst verschiedene Filme engagiert zu werden. Manchmal nehme ich eine schwächere Rolle nur an, um mit einem guten Regisseur oder interessanten Kollegen zu arbeiten. Oft ist es das Drehbuch, das mich fasziniert. Etwa die Komödie "Love & Sex", ein Independent-Film von einer unbekannten Regisseurin. Für mich war das eine tolle Rolle, also bin ich das Risiko eingegangen. <BR><BR>Wo lag der Reiz bei "I Spy"? <BR><BR>Janssen: Es ist sicher nicht die Rolle meines Lebens, auch nicht der herausfordernste Film. Aber Eddie Murphy und Owen Wilson sind tolle Darsteller. Mit ihnen wollte ich gern zusammenarbeiten. Beide sind sehr gut, dabei äußerst verschieden, was die Kombination wieder interessant macht. <BR><BR>Halten Sie sich für eine gute Komödiantin, oder liegen Ihnen ernste Rollen doch mehr? <BR><BR>Janssen: Ich probiere beides. Ich liebe Komödien, aber es ist schwer, gute zu finden. Und das Genre der "romantic comedy" kann manchmal ganz schön doof sein! Darum mochte ich damals "Love & Sex": Die Story war so viel realistischer; so, wie ich selbst das Beziehungsleben kenne. Natürlich nicht bezogen auf das Hollywood-Klischee einer idealen Beziehung, das meiner Ansicht nach unser aller Liebesleben eher vergiftet. <BR><BR>Auf welche Ihrer Filme sind sie besonders stolz? <BR><BR>Janssen: Auf meine Filme mit Robert Altman und Woody Allen. Das war eine Art Ritterschlag, wenn man bedenkt, was für Hürden ich überwinden musste: Europäerin, Ex-Model, Bond-Darstellerin . . . <BR><BR>Was unterscheidet diese Regisseure vom Rest? <BR><BR>Janssen: Jeder ist anders. Ich fand Altman besonders faszinierend. Er hat einen komplett anderen Ansatz als typische Hollywood-Regisseure. Er liebt Proben, aber er gibt Schauspielern später viel Freiheit. Es war so, dass er einem den Raum gezeigt hat und meinte: "Mach`, was Du für richtig hältst." Das ist so selten! <BR><BR>Das Gespräch führte Rüdiger Suchsland </P><P>Lesen Sie auch: Filmkritik zu "I Spy"<BR>  </P>

Auch interessant

Kommentare