Amerikanische Albträume

- Man würde schon gerne wissen, ob eines jener neumodischen Autonavigationssysteme Chris vor all dem bewahrt hätte. Aber vielleicht hätte es im tiefen, dunklen Wald von West Virginia genauso wenig funktioniert wie sein Mobiltelefon oder der Anschluss an der Tankstelle, an der der junge Mann um Hilfe bittet. Auf sich allein gestellt, biegt er dann so falsch ab, wie es uns der Titel wissen lässt. Bald trifft er auf einen Wagen mit fünf anderen Jugendlichen, die es ebenfalls an diesen trostlosen Flecken Erde verschlagen hat, und bald beginnt der Horror.

<P>"Wrong Turn" ist eine Hänsel-und-Gretel-Variante, mit dem Unterschied, dass es gleich drei Greteln und drei Hänsel gibt, damit der Film nicht allzu schnell vorbei ist - denn wird nach dem Zehn-Negerlein-Prinzip dezimiert. Statt einer Hexe treiben hier - kaum moderner - Kannibalen ihr Unwesen.<BR><BR>Regisseur Rob Schmidt hat bisher nur die bemerkenswert kluge Dostojewski-Modernisierung "Crime and Punishment in Suburbia" gedreht, die leider außer auf Festivals nie in Deutschland gezeigt wurde. Die handwerklichen Qualitäten dieses Films entdeckt man wieder. Das Drehbuch stammt aber diesmal nicht vom erfahrenen Larry Gross, sondern von einem schlechten Autor - was man der zu vorhersehbaren Handlung anmerkt.<BR><BR>Geschickt spielt Schmidt aber auch diesmal auf der Klaviatur amerikanischer Albträume. "Wrong Turn" ist irgendwo zwischen dem wüsten Splatter-Horror "Texas Chainsaw Massacre" und dem nicht weniger verstörenden Autorenfilm "Deliverance" (von John Borman) anzusiedeln - ein solides Horror-Werk über die Angst des Großstädters vor der Provinz. </P><P><BR>"Wrong Turn"<BR>mit Desmond Harrington, Eliza Dushku, Emmanuelle Chriqui<BR>Regie: Rob Schmidt<BR>Sehenswert <BR></P>

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