Amouröser Reigen

- Die Franzosen können's, heißt es immer wieder. Können Filme machen über Beziehungsdramen, die trotz der Schwere des Themas stets leichtfüßig und lebensklug daherkommen. "Malen oder lieben" profitiert in der ersten halben Stunde genau von diesen Vorschuss-Lorbeeren. Kultivierten Menschen dabei zuzusehen, wie sie ihre Sinnkrisen meistern, kann aber auch recht mühsam sein.

Da rettet mitunter sogar der geballte gallische Charme eines Daniel Auteuil und einer Sabine Azé´ma nichts mehr. Die zwei spielen das unversehens in die Jahre gekommene Paar William (Auteuil) und Madeleine (Azéma). Die Tochter ist ausgezogen, geht eigene Wege und hat die Eheleute auf sich selbst zurück geworfen.

Madeleine beginnt sogleich, einen verfallenen Bauernhof zu restaurieren, und als der vollendet und bezogen ist, wendet sie sich der klischeehaft obligatorischen Malerei in Öl zu. Nur der frühpensionierte Meteorologe William kommt mit der ungewohnten Ruhe nicht zurecht. Als Madeleine den blinden Nachbarn Adam (Sergi Lopez) und dessen Frau Eva (Amira Casar) kennenlernt, kommt wieder Schwung ins Dasein der zwei. Man vergnügt sich mit dem jeweils anderen Partner; die beiden von der Landluft verwirrten Pensionisten geraten in einen regelrechten Rausch der Sinnlichkeit.

Stimmungsvoll ausgeleuchtet präsentieren die Brüder Arnaud und Jean-Pierre Larrieu ihren amourösen Reigen, in locker verbundenen Szenen fließt die Geschichte dahin. Bis aus dem anfangs noch munter plätschernden Bächlein endgültig ein trübes Rinnsal der Wiederholung von unvergesslichen Augenblicken, sinnreichen Sätzen und extraordinären Begebenheiten geworden ist und alles mit esoterisch angehauchtem Schwulst für die ältere Generation verbrämt wurde. Das permanente Beschwören der wunderbaren Situation ermüdet. Die ungewöhnliche Nachbarschaft endet unvermutet abrupt, und der Film gleitet mit der Bekanntschaft eines weiteren Pärchens endgültig ins Swingerclub-Niveau ab. (Ab Donnerstag in München: ABC, Eldorado, Theatiner i.O.)

Ulrike Frick

"Malen oder lieben"

mit Daniel Auteuil, Sabine Azé´ma

Regie: Arnaud und

Jean-Marie Larrieu

Erträglich

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