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Im Auftrag des Engels

- Zwischen Himmel und Hölle bewegt sich John Constantine und jagt Dämonen, die im Auftrag des Satans das irdische Gleichgewicht zwischen Gut und Böse stören wollen. Einst war er selbst der ewigen Verdammnis anheim gefallen, doch nach zwei Tagen durfte er die Hölle auf Bewährung verlassen. Jetzt arbeitet er als eine Art Ein-Mann-Putzkolonne im Auftrag von Erzengel Gabriel; ein "Ghostbuster" in einem Film, der allerdings keine Komödie ist, sondern eine Mischung aus Action und Horror, tieferer Bedeutung und reiner popkulturell informierter Spielerei.

<P>Regisseur Francis Lawrence lässt zu Beginn die Speerspitze finden, die einst Jesus am Kreuz tötete. Wer sie hat, heißt es, "in dessen Hand liegt das Schicksal der Welt". Warum das gute Stück von Hitlers Deutschland ausgerechnet in Mexiko und noch dazu in einer Hakenkreuzfahne verbuddelt wurde, wissen weder Gott noch Teufel, sondern nur die Autoren-Hirne. Nicht die letzte Schnapsidee eines kruden Drehbuchs. Dann wird der Superheld eingeführt: Keanu Reeves als cool-abgebrühter Detektiv beim Routine-Exorzismus. Mit der Zeit enthüllt sich in dieser Figur das Drama eines todessehnsüchtigen Anti-Helden, der nicht sterben kann, weil ihn seine himmlischen Auftraggeber immer wieder zur Arbeit drängen.<BR><BR>Das wäre nicht uninteressant, aber so richtig entwickelt wird dieser Aspekt genauso wenig wie die im Prinzip hochinteressante Figur des Erzengels Gabriel, von Tilda Swinton mit viel androgynem Charme als liberale Ironikerin gespielt. Anrührende Intensität gibt Rachel Weisz der Figur der Angela, die, weil sie nicht an den Selbstmord ihrer Zwillingsschwester glaubt, Constantine um Hilfe bittet . . .<BR><BR>"Constantine" ist durchschnittliche Mystery-Action, nicht schlecht, leidlich unterhaltsam, aber ohne Stil und gedankliche Tiefe, vor allem aber ohne jenen poetischen Überschuss, die solch ein Fantasie-Stück braucht, um auch emotional zu funktionieren. Da war ein Film wie Len Wisemans "Underworld" weitaus stilsicherer. Er entwarf eine Welt aus einem Guss mit klaren eigenen Regeln.<BR><BR>Auch theologisch Informierte dürften mit dem Streifen wenig glücklich werden: zu krude der Mix, zu uneinheitlich die Verwendung der katholischen Motivik, die mal als bloße Oberfläche und Material dient, dann wieder hochkomplexe Sinnebenen aufscheinen lassen soll. Gott ist hier zur Gänze abwesend und offenbar am irdischen Geschehen nicht weiter interessiert. Und wenn man sieht, was mit dem Erzengel Gabriel geschieht, kann auch die Überzeugung, im Hause des Herrn seien viele Wohnungen, nur noch bedingt trösten.</P><P>(In München: Mathäser, Marmorhaus, Maxx, Leopold, Neues Gabriel, Cinema i. O.)<BR><BR>"Constantine"<BR>mit Keanu Reeves, Rachel Weisz<BR>Regie: Francis Lawrence<BR>Annehmbar </P><P> </P>

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