Augenzwinkern allein genügt nicht

- Ein Verwirrspiel in Kreisen des US-Militärs. Bei einer Übung in Panama gab es Tote, die beiden Überlebenden der Einheit entwickeln bei der Untersuchung stark voneinander abweichende und in sich widersprüchliche Versionen des Geschehens. Wer hat Recht? Die Frage steht im Zentrum des Thrillers von Action-Routinier John McTiernan ("Stirb langsam").

<P>Akira Kurosawa stand bei der Inszenierung Pate: Wie in "Rashomon" werden dem Zuschauer mehrere Versionen der gleichen Geschichte geboten, zig Rückblenden illustrieren diese Lügen und Halbwahrheiten - bis hin zu einem Schluss, der alles noch einmal auf den Kopf stellt. Leider hat man sich sonst von dem japanischen Meister aber nur wenig beeinflussen lassen.<BR><BR>Die tollen Schauspieler heben jedoch das Niveau dieser arg an den Haaren herbeigezogenen Story erheblich, besonders Connie Nielsen gefällt als Kommissarin der Militärpolizei, die Licht ins Dunkel bringen soll. Auch John Travolta als zweiter Ermittler ist wie immer cool, und Samuel L. Jackson als Offizier im Dschungel sieht man ohnehin immer gern. </P><P>Doch diese beiden verlassen sich mitunter zu sehr auf das Gewicht der vielen Rollen, in denen die Zuschauer sie schon gesehen haben. Denn Augenzwinkern allein genügt nicht, wenn das Gelingen des Films davon abhängt, dass die Zuschauer "mitgehen". So gelingen "Basic" einige sehr schöne Szenen und Einzelmomente, doch aus den Teilen wird nie wirklich ein Ganzes. Zu gering scheint das Interesse auch der Inszenierung. Das Ergebnis: ein durchschnittlicher, leidlich unterhaltsamer, aber schnell zu vergessender Film. </P><P>(In München: Mathäser, Autokino.)<BR><BR>"Basic"<BR>mit John Travolta, Samuel L.<BR>Jackson, Connie Nielsen<BR>Regie: John McTiernan<BR>Annehmbar </P>

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