Beau im Bett und Gucci im Schrank

- In jeder Frau schlummert tief drinnen immer noch ein junges Mädchen. Egal, wie viele Lenze sie auch tatsächlich zählen mag. Diese Erkenntnis, kombiniert mit der ewig erfolgreichen Komödien-Idee vom Körpertausch zwischen Kind und Erwachsenem ("Big") oder Mann und Frau ("Switch"), ergibt das schwungvolle romantische Lustspiel "30 über Nacht".

<P>Der unscheinbare Teenager Jenna wünscht sich nichts sehnlicher, als endlich erwachsen zu sein, erfolgreich, gut aussehend und von den tollsten Kerlen umschwärmt. Ein bisschen magisches Wunschpulver geworfen - und schon wacht Jenna am nächsten Morgen in einem schicken Appartement an der Fifth Avenue auf, einen schneidigen Beau an der Seite und die aktuelle Gucci-Kollektion im Schrank.</P><P>Der Schreck ist enorm. Denn die 13-Jährige mit dem Körper einer Schönheitskönigin ist zwar nun mit ihrer Körbchengröße vollauf zufrieden. Mit den zungenküssenden Liebhabern, trendhungrigen Bekannten und ihrem Job als intrigante Redaktionsleiterin eines inhaltslosen Frauenmagazins jedoch nicht. Ziemlich bald kriegt die naive Jenna mit, dass sie all diesen Erfolg nicht überbordender Loyalität und Freundlichkeit verdankt, sondern ausgeprägter Boshaftigkeit.</P><P>Regisseur Gary Winick findet sehr prägnante und originelle Situationen für das, was ein Mädchen von einer Frau unterscheidet. Was bedeutet eigentlich Erwachsensein? Bestimmt das Datum des Passes diesen Moment, oder gibt es andere Dinge, die einen reifen lassen? Jenna rennt mit aller Kraft gegen die Zicke an, zu der sie geworden ist. Unterstützt wird sie dabei von ihrem besten Freund aus Schultagen, der immer noch genauso schüchtern ist wie damals - aber längst nicht mehr so dick . . .</P><P>Von einer liebenswert-harmlosen Teenager-Erwachsenen-Romanze wie "30 über Nacht" sollte man nicht zu viel Tiefgang erwarten. Und logisch ist hier auch nicht alles. Öde Klischees wie das der verbiesterten Karrierefrau werden ebenfalls genüsslich strapaziert.</P><P>Doch Jennifer Garner ("Alias") macht mit ihrem natürlichen Charme und ihrem übersprudelnden Temperament sogar die Tatsache wett, dass Gary Winick sich zwar bemüht - aber leider doch nicht Billy Wilder ist.</P><P>"30 über Nacht"<BR>mit Jennifer Garner, Mark Ruffalo, Judy Greer<BR>Regie: Gary Winick<BR>Sehenswert </P>

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