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Bekehrter Banker

- Es ist dies der mit Abstand untypischste Film, den Ridley Scott in seiner immerhin 40-jährigen Karriere gedreht hat. Scott, Schöpfer düsterer Epen wie "Blade Runner" oder "Gladiator", erzählt hier verblüffend leichtfüßig und philantropisch von einem Mistkerl, dem der Mist ausgetrieben wird.

Nebenbei sorgt Scott in "Ein gutes Jahr" dafür, dass auch sein Star Russell Crowe einen Auftritt abliefert, der sein sorgsam gepflegtes Image des ruppigen Raubeins konterkariert. Crowe spielt so entspannt, wie man ihn noch nie gesehen hat, den Londoner Yuppie Max. Der ist so, wie man sein muss, wenn man in der Hochfinanz erfolgreich sein will: verlogen, rücksichtslos und asozial ­ ein emotional Untoter.

Als sein Onkel Henry (Veteran Albert Finney) stirbt, muss er unerwartet in die Provence, um sich um den Nachlass zu kümmern. Eigentlich will Max das Weingut so schnell wie möglich verkaufen, aber als er durch das Anwesen läuft, in dem er als Kind seine schönste Zeit verbracht hat, schleicht sich unmerklich die Wehmut an. Durch die rechtzeitig auftretenden glücklichen Umstände ist Max gezwungen, länger zu bleiben und verliebt sich. In das Land, das Leben und natürlich in eine Französin (Marion Cotillard). Es kommt, wie es kommen muss ­ Max besinnt sich eines Besseren, lässt die Karriere sausen und bleibt in der Provence. Ein moralisches Märchen, sicherlich. Zudem recht vorhersehbar. Aber eben auch unwiderstehlich.

Scott, der wie alle vernünftigen Menschen, die es sich leisten können, in Südfrankreich lebt, macht hier seiner Wahlheimat eine filmische Liebeserklärung. Wie bei einer Muse lässt er die Schönheit der Landschaft in immer neuen Perspektiven erleuchten. Und es gelingt ihm mühelos, den Zuschauer mit seiner Schwelgerei anzustecken ­ man glaubt fast, die Sonne auf der Haut zu spüren. Dazwischen pflegt Scott geradezu zärtlich die Klischees von gemütlichen Franzosen und unterkühlten Briten. Es geht um Wichtiges. Etwa, dass das Leben zu kurz für schlechten Wein ist. Und dass Liebe ohne Opfer nicht zu haben ist.

Am Ende sitzt Max auf der Schwelle seines Heims, blickt mit einem Glas Wein in der Hand, auf das geschäftige Treiben auf den Weinfeldern und lächelt: Er ist am Leben.

"Ein gutes Jahr"

mit Russell Crowe,

Marion Cotillard

Regie: Ridley Scott

Sehenswert

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