Die Berlinale im Starfieber: Hollywood kam und feierte

- Berlin - George Clooney hat die Klofrau geküsst. Nicole Kidman trug Brille. Nicolas Cage kam durch den Seiteneingang. Und der kleine Mann auf dem roten Teppich sah nicht nur aus wie Dustin Hoffman. Selten sind zu einer Berlinale so viele Hollywoodstars gekommen wie in diesem Jahr. Und: Sie blieben nicht im Hotelzimmer, sondern zogen tagelang durch Berlin, speisten in Restaurants und gaben geduldig Autogramme, meistens jedenfalls.

<P>Gleich zum Auftakt der Filmfestspiele verblüffte Catherine Zeta Jones  ebenfalls schwanger und mit dem wohl auffälligsten Dekolleté der Filmfestspiele  die Fans: Sie brachte ihren Mann Michael Douglas mit nach Berlin.</P><P> Die Starriege bei der Premiere des MusicalFilms "Chicago" konnte sich sehen lassen, auch René Zellweger und Richard Gere saßen im Publikum. "Um die deutschen Männer nicht zu eifersüchtig zu machen, werde ich in meinem Hotelzimmer bleiben und die Läden herunterlassen", scherzte Gere.  Zellweger schwang später gut gelaunt das Tanzbein.<BR><BR>Am Wochenende war der Kalender der Klatschreporter voller Partytermine: Wohin zuerst? Zu George Clooney in die "Backfabrik" oder zu Nicolas Cage ins "Felix" im Adlon-Palais? Bei beiden Empfängen verkrümelten sich die Stars in den VIP-Bereich. Rote Kordeln und kräftiges Sicherheitspersonal signalisierten den Normalsterblichen: Wir müssen leider draußen bleiben. Wer während der Filmfestspiele die Stars leibhaftig sehen wollte, konnte es mit geduldigem Herumlungern auf dem Potsdamer Platz versuchen - oder, wenn es denn klappte, sich in den Club "90 Grad" hineinschmuggeln.<BR><BR>Dort tanzte Dustin Hoffman so wild mit einigen jungen Damen, dass hinterher der Haussegen schief hing, wie er der "B.Z." verriet. "Die Girls waren wohl zu sexy und ich zu ausgelassen. Das findet jedenfalls meine Frau." Nicole Kidman ließ sich indes entlocken, dass ihr Traummann sie zum Lachen bringen müsse. Und: Sie habe es genossen, auch außerhalb der Dreharbeiten zu "The Hours" die angeklebte Nase, die sie für ihre Rolle als Virginia Woolf verpasst bekam, zu tragen. Niemand habe sie erkannt, schwärmte sie. In Berlin zog es sie - ohne falsche Nase - ins "Borchardt", neben der "Paris Bar" ein Klassiker unter den Promitreffs.<BR><BR>Auch die große Glamour-Gala fehlte bei der Berlinale nicht: Zu "Cinema for Peace" spazierten Roger Moore, Christopher Lee und Faye Dunaway über den roten Teppich ins Konzerthaus am Gendarmenmarkt. Hauptgesprächsthema des Abends, der UNICEF gewidmet war, war Dustin Hoffmans flammende Rede gegen die amerikanische Regierung und gegen einen Krieg im Irak. "Er hat genau das gesagt, was wir alle denken", meinte Schauspielerin Hannelore Elsner hinterher.<BR><BR>Immer wieder wurde während der Berlinale über das politische Weltgeschehen diskutiert, vom Feiern ließ sich aber kaum jemand abhalten. Die beste Party soll es übrigens im "Quatsch Comedy Club" zu der niederländischen Komödie "Ja Schwester, nein Schwester" gegeben haben - ganz ohne große Stars. </P>

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