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Der französische Filmkomponist Maurice Jarre wird bei der Berlinale mit dem Goldenen Ehrenbären für sein Lebenswerk ausgezeichnet.

Berlinale-Hommage und Goldener Ehrenbär für Maurice Jarre

Berlin - Der französische Filmkomponist Maurice Jarre (“Doktor Schiwago“) wird bei der Berlinale mit dem Goldenen Ehrenbären für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Zugleich ist die Hommage der 59. Internationalen Filmfestspiele (5. bis 15. Februar) dem 84 Jahre alten Oscarpreisträger gewidmet.

Jarre gilt als einer der bedeutendsten und gleichzeitig populärsten Komponisten der Filmgeschichte, wie das Festival betont.

“Filmkomponisten stehen oft im Schatten der großen Regie- und Schauspielstars“, sagte Berlinale-Direktor Dieter Kosslick am Dienstag. Bei Jarre sei das anders, die Musik von “Doktor Schiwago“, wie viele andere seiner Werke, sei “weltberühmt und unvergessene Filmgeschichte“. Der Ehrenbär wird ihm am 12. Februar verliehen.

Seinen internationalen Durchbruch feierte Jarre 1962 mit den Arrangements zum Wüstenepos “Lawrence von Arabien“, das ihm den ersten von drei Oscars bescherte. Jarre, 1924 in Lyon geboren, begann seine musikalische Laufbahn mit einer Ausbildung als Schlagzeuger und Dirigent am Conservatoire de Paris. Im Laufe seiner Karriere als Komponist sei Jarre an mehr als 150 internationalen Filmproduktionen beteiligt gewesen, hob die Berlinale hervor.

Jarre, Vater des Musikers Jean Michel Jarre, arbeitete mit Regisseuren wie Alfred Hitchcock, John Huston und Luchino Visconti zusammen. Für Volker Schlöndorff schuf er die Musik zur Literaturverfilmung “Die Blechtrommel“ nach dem Roman von Günter Grass.

Der amerikanische Schauspieler Joe Dallesandro, in den 70er Jahren Muse von Andy Warhol, wird bei der Berlinale zu seinem 60. Geburtstag mit einem Teddy-Spezialpreis ausgezeichnet. Die Filme von Warhol, Paul Morrissey oder Serge Gainsbourgs “Je T'aime Moi Non Plus“ hätten Dallesandro legendär gemacht, hieß es. Der schwul-lesbische Teddy Award ist eine feste Institution der Filmfestspiele. Er wird am 13. Februar 2009 im Haus der Kulturen der Welt überreicht.

dpa

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