Wo Biene Maja eine Hummel ist

München - Um im Bild zu bleiben: Im ersten Drittel fehlt diesem Film mindestens ein Stachel. Zum Auftakt ist "Bee Movie ­ Das Honigkomplott" ein schöner Kinderfilm, toll animiert und munter erzählt. Das ist auch völlig in Ordnung. Noch hat die Geschichte aber keine zweite Ebene, keine Stachel, die sie auch für Erwachsene zum Vergnügen werden lässt. Diese etablieren die Regisseure Simon J. Smith und Steve Hickner nach dem gefälligen Auftakt.

"Bee Movie -­ Das Honigkomplott" ist schwungvoll animiert und kann auch Erwachsenen Freude machen

Alles andere wäre verwunderlich, schließlich basiert die Produktion auf einer Idee des Komikers Jerry Seinfeld, dessen respektlose Fernsehsendung in den USA vor Jahren Kult wurde. Seinfeld hatte die Idee, einem Film über Bienen zu drehen, dessen Titel "Bee Movie" lauten sollte. Damit sind nicht nur die Protagonisten gemeint ("Bee" bedeutet übersetzt "Biene"). Vielmehr erinnert das Wortspiel auch an "B-Movies", jene billig produzierten, aber meist kultigen Filme aus Hollywoods goldener Zeit. Billig ist "Das Honigkomplott" keinesfalls, aber Respektlosigkeit blitzt immer wieder auf.

Nicht zuletzt, weil Biene Barry B. Benson sich nach seiner Ausbildung so gar nicht in die rationalisierten Abläufe seines Bienenstocks einfügen möchte. Er will nicht heute schon entscheiden, welche Aufgabe er bis zum Ende seiner Tage als nützliches Mitglied des Schwarms erfüllen möchte. Stattdessen will Barry sich erst mal in der Welt umschauen. So schließt er etwa Freundschaft mit einer Floristin, entdeckt aber auch, dass die Menschen den Honig der Bienen stehlen. Barry verklagt die Menschheit auf dessen Herausgabe, gewinnt den Prozess ­ und verliert dennoch, weil die Bienen die Arbeit einstellen und dadurch das ökologische Gleichgewicht zerstören. So muss Barry erst lernen, was es heißt, Verantwortung zu tragen.

Es gelingt den Machern von "Bee Movie", diese recht pädagogische Lektion unterhaltsam, spaßig und leicht zu erzählen, teilweise in ironisch-süffisanten Dialogen und mit einigen knackigen Seitenhieben ­ etwa auf Musiker Sting (dessen Künstlername das englische Verb für "stechen" ist) oder Moderator Larry King.

Der Film gewinnt zudem durch die Detailliebe und die durchdachte, reiche Figurenzeichnung. Nur zwei Beispiele: Die Stechmücke, die Barry auf seinem Ausflug trifft, ist ein gar versoffen-verlottertes Subjekt mit rotem Rüssel, stets hoffend, auf der Windschutzscheibe eines Blutkonserven-Transporters zu landen. Und jene Bienen, die Pollen sammeln, sind eine ultra-lässige Fliegerstaffel, ganz an Tom Cruise in "Top Gun" erinnernd. Dagegen wirkt die Biene Maja dann doch wie eine eher schwerfällige Hummel. (In München: Mathäser, Maxx, Royal, Münchner Freiheit, Cadillac, Autokino, Kino Solln, Cinema OV, Museumslichtspiele OV.)

"Bee Movie ­- Das Honigkomplott"

Regie: Simon J. Smith und Steve Hickner

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