Bitterer Schnellkurs

- Zwei der besten Schauspieler Hollywoods, Ashley Judd und Morgan Freeman, vereint dieser Film. Bereits in "Kiss the Girls" standen sie gemeinsam vor der Kamera. Und nun auch in "High Crimes", in Carl Franklins Gerichts-Thriller, ist zwischen beiden eine seltsam-innige Chemie spürbar. So perfekt harmonieren und ergänzen sich beide Darsteller, dass allein dies den Besuch von "High Crimes" lohnt.

Die Story bewegt sich in konventionellen Mustern: Judd spielt die erfolgreiche Strafverteidigerin Claire Kubik. Eines Tages wird ihr Mann verhaftet, schwerer Verbrechen beschuldigt und vor einem Militärgericht angeklagt. Offenbar führte er jahrelang ein Doppelleben. Trotzdem bleibt seine Frau von seiner Unschuld überzeugt und heuert den Anwalt Grimes (Freeman) an, weil der mit Militärstrafrecht mehr Erfahrung hat. <BR><BR>Schnell verkompliziert sich der Fall, vieles deutet auf eine Verschwörung hin, dann wieder auf die Schuld des Ehemannes. In den schwächeren Momenten des Films bleibt gute Schauspielkunst. In seinen besten aber wird "High Crimes" zur Geschichte einer Frau, die durch eine Art bitterem Schnellkurs begreifen muss, wie dieses Militär eigentlich funktioniert: Ein eng geschlossener Männerbund, zusammengehalten von einem seltsam überholten Ehrbegriff, einer Vernunft, die nur begreift, wer "dazu" gehört, und einem fragwürdigen Mut, der auch das Morden nicht ausschließt. <BR><BR>"High Crimes" <BR>mit Ashley Judd, Morgan Freeman, James Caviezel <BR>Regie: Carl Franklin <BR>Sehenswert <BR>

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